Charlie Wilson’s War

Gestern haben wir im Grindel Charlie Wilson’s War gesehen, einen Film über Charlie Wilson (na sowas). Ich nehme an, dass es alle möglichen Möglichkeiten gibt, diesen Film zu beurteilen. Wieder mal ein auklärerischer Ansatz, die amerikanische (Nah-) Ost- Politik ironisch zu hinterfragen, zweifelsfrei mit ausgezeichneten Schauspielern. Es war nach Erin Brockovich nun das zweite Mal, dass mir Juila Roberts gefiel und nicht – wie sonst mit großer Zuverlässigkeit – tierisch auf die Nerven ging (nein, nicht wegen der Szene, in der sie aus dem Pool klettert). Tom Hanks, ja, klar, das kann er halt ganz gut, zweifelsfrei, aber vor allen Dingen haut Seymour Hoffman wieder alle an die Wand und den Zuschauer um. Inzwischen kann man getrost sagen, dass ein Film immer ein deutlich besserer Film wird, wenn er nur mitspielt.

Charlie Wilson’s War erzählt die vermeintlich echte Geschichte des amerikanischen Kongressabgeordneten gleichen Namens nach, der auf Grund extremer Menschelei viel erreicht hat in seinem Leben, insbesondere die Bekämpfung der Russischen Invasoren in Afghanistan in den 80er Jahren, die schließlich sogar zu deren Aufgabe führte. Der Film erzählt zynisch, wie Politik gemacht wird und warum welche Entscheidungen nicht gefällt werden, welche Rollen Sex und Religion spielen, und dass letzten Endes immer jemand da ist, der schon ahnt, wie es weitergeht, den Lauf der Geschichte aber nicht aufhalten kann, weil ihm die notwendigen Mittel dazu fehlen. Das ganze geschieht mit einem guten Maß an Ironie und einer erträglich geringen Dosis Patriotismussenf.

Wie im Grunde immer bei amerikanischen Produktionen dieser Größenordnung rührt mich die Geschichte nicht sonderlich, gehen mir die Personen nicht Nahe, erinnert mich kein Schicksal an ein eigenes, sondern ich fühle mich einfach gut unterhalten. Dieses Mal sogar mit leichter Tendenz zu sehr gut.

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