Archiv der Kategorie 'Mein Fußball'

HSV – Ajax 0:1

Ich gehe ja nun zu jedem Heimspiel und kann berichten, dass es schonmal nicht an den HSV- Fans lag, dass wir beinah zerquetscht wurden beim Versuch, das Stadion halbwegs rechtzeitig zu betreten, was leider nicht möglich war, weil sich die Polizei ganz spontan überlegt hatte, doch möglichst viel und rigoros abzusperren, lange Rede… Ganz toll gemacht, danke nochmal (und ich hasse wirklich diese „Da kann ich nichts machen“- Mentalität, die so sehr um sich greift, dass ich bald das Gefühl bekomme, dass niemand mehr irgendwas machen kann gegen irgendwas außer ein paar finstren Bibabutzemännern, die um ihren Kamin herumtanzen und feizen und sich freuen, wenn sie mal wieder etwas Böses beschlossen haben, gegen dass dann keiner ihrer Ausführenden Helfer da draußen „was machen“ kann, auch wenn einer stirbt dabei).

Zugegeben, die Fans von Ajax sahen schon maximal mies aus: Im ganzen proppenvoll besetzten Block konnte ich höchstens zwanzig Trikots ausmachen, der Rest der Meute war in schwarz gekleidet. Sympathisch.

Das Spiel ging dann so vor sich hin und her und, es passierte nicht so richtig viel, zumindest so lange bis das Paölchen sich vor lauter Narrenfreiheit nicht entscheiden konnte, wohin mit dem Leder und es entschlossen an die Latte setzte (der Klassiker), und dann noch mal bis, tja, bis Jaro einen schlechten Moment hatte und Leonardo mustergültig freispielte, der dann Pfostenpinpong spielte und kurz vorm elegant herbeistolpernden Mondkalb einlochte. Dreck.

HSV – Werder 2:1

Als der Olic geschossen hatte, fragte ich mich genau den Bruchteil einer Sekunde, der dafür sorgt, dass man sich an die Situation auch hinterher immer erinnern kann, länger, wo eigentlich der Ball geblieben ist.

Choreo Nordtribühne

Choreo Nordtribühne

Am Tor vorbei war er nicht, der Wiese hatte ihn auch nicht. Und wieso jubelten auf einmal alle wie die Verrückten?

Gegen Werder ist schon schön, zu gewinnen.

Foie gras ist nix zum Kiffen, Digger

Nix zum Kiffen

Nix zum Kiffen

Hat er Recht.

HSV – BVB 2:1

Tjoah, puh. Ich sag mal so: Schöne drei Punkte, nehmen wir gerne mit.

HSV BVB Poptown

Überzeugend war die Leistung natürlich nicht, aber bei eine Aufstellung, die so wohl nie wieder auflaufen wird, im Grunde auch kein Wunder:
Aogo und Boateng, da Silva und Jaro vorne zentral… Man merkte fast bei jedem Abschlag von Rost, dass der Kapitän es nicht gewohnt ist, so einen Ball entgegen zu nehmen und in einen Angriff zu verwandeln. Das Kampschwein funktionierte wie immer gut, aber offensiv ist nicht eben seine Spezialität.

Egal, wir haben ja dieses Jahr den Petric.
Mir ging es übrigens auf die Nerven, dass die Heimfans sich vom Dortmunder Anti-Petric-Gebrüll instecken ließen und fortan Zidan ebenfalls ausbuhten. Er hat doch keinem wehgetan – das hat er nicht verdient. Er hat jedoch bezeichnenderweise genau so gespielt, wie hier beim HSV immer: Wuselig, kraftraubend, ineffektiv. Das Gegenmodell zu Mladen - deutlicher könnte es nicht dargestellt werden: Den sieht man schon hin und wieder, aber so richtig auf fällt er erst beim Torjubel. Und so bekommt der eine eine 2 und der andere eine 4,5 beim Kicker.

HSV BVB

Und derweil ist es schon wieder dunkel, wenn die zweite Halbzeit gerade halb vorüber ist. Kurze Zeit zum innehalten: Nehme an, dass der HSV auch weiterhin wenig konstant spielen wird (Zitat Jol vor ein paar Wochen in der FAS „Für uns ist jedes Spiel ein kleines Abenteuer“), aber mit Glück scheint man ja oben drin zu bleiben. Hoffenheim bleibt weiter stark, und die Bayern lassen Leverkusen demnächst das Nachsehen (meine Meinung). Was für eine treffende Spieltagansetzung gegen Serienende übrigens mit Bayern gegen Leverkusen am dritt- und gegen Hoffenheim am vorletzten Spieltag! Das schauen wir uns gerne aus der Nähe an und stehen parat zum Platz einnehmen.

Das ist im Redefluss passiert. Wir brauchen das nicht, dass wir Hoffenheim angreifen.

Und falls es irgendjemanden interessiert: Ja, ich finde es total geil, wie Hoffenheim spielt, und nachdem sie den HSV zerlegt haben, kann ich mich auch endlich daran freuen. Was so ein Platzhirschgelaber von Rummenigge soll, weiß er wohl selber nicht - Das Leben ist Veränderung! Immerhin: Der Hoeneß hat’s kapiert.

11 Freunde Lesereise im Übel+Gefährlich

Wir waren gestern bei der Lesereise von 11Freunde. Auch zum ersten Mal, auch wieder so ein endlich mal.

Vorgelesen haben Philipp Köstner und Jens Kirschneck, zwischen den Verbalbeiträgen gab es zur Auflockerung kleine Einspielfilmchen. Ich fands super. Am besten hat mir der Text gefallen, im dem Köstner seine Erfahrungen aus zwei Hand voll Doppelpass beim DSF zum Besten gab.

Man muss schon Fußballfan sein, um sich das anzutun, und vor allen Dingen auch, um überhaupt lachen zu können.

Als Frontzeck Trainer von der Arminia wurde, weinten wir ein bißchen, weil das bedeutete, dass Middendorp nicht mehr bei uns wäre, und wir machten die Beckerfaust. Denn die Verpflichtung des Glatzkopfes machte unumstößlich klar, dass Ernsts Nachfolger nicht Peter Neururer sein könnte.

Offenbar gibt es aber viele von diesen Leuten, denn es war voll, und viel gelacht wurde auch.

Nach hinten raus vielleicht etwas zu lang das Programm, aber dennoch: Gerne wieder.

HSV – Bayer Leverkusen 3:2

13.09.2008

13.09.2008

Spitzenreiter, Spitzenreiter! Hey Hey!

Ich bin immer noch ein bißchen heiser von dem freudigen Fußballereignis, das sich heute nachmittag im Volkspark zugetragen hat.
Als es nach viel zu kurzer Zeit 2:0 für Leverkusen stand, fühlte ich mich geradezu an der Nase herumgeführt von den Gästen. Der HSV hatte deutlich mehr vom Spiel, aber Bayer machte das super, spielte uns genau zwei Mal sehr konsequent aus, und so standen wir alle ganz schön doof da. Aber trotzdem wurde der HSV jetzt nicht ängstlich und kam verdient zum wichtigen Anschluss in Hälfte eins. Wichtigste Veränderung zu diesem Zeitpunkt des Spiels war meines Erachtens die Tatsache, dass der frisch beschneuzte de Jong wieder bei Sinnen war und in seiner starken Art begann, den Aufräumer und Spieleröffner zugleich zu geben.

Vor Anpfiff der zweiten Hälfte sah man auf der Anzeigetafel kurz Olic mit Guerrero feixen, da sah man Bock auf die zweite Halbzeit, da sah man Tatendrang, gute Laune und Zuversicht, und da wusste ich: Da geht noch einiges!

HSV - Bayer04

HSV - Bayer04

So kam es, Olic selbst netzte sehenswert ein, und am Ende stand Petric goldrichtig, als zehn Leverkusern nicht mehr viel einfiel. Was haben wir geschrien! Und erst als Dortmund den Ausgleich gemacht hat!

Ich bin immer etwas sparsam mit Lobeshymnen, aber eine sei hier verlautbart: Das, was Jol spielen lässt, macht so viel mehr Bock!

Ich glaube, Atouba wird Spieler des Spiels beim Kicker Managerspiel (Hallo Mitstreiter: Habt ihn alle runtergenommen, was? Hätte ich auch). Was hatte der Trainer dem denn in den Tank geschüttet? Nebenbei hat mir Neves ganz gut gefallen, das war auf jeden Fall das, was man einen gelungenen Einstand nennt.

Transfer mit Gänsehautfaktor: Jansen zum HSV

27.8.2008

27.8.2008

Was hat mich mein Sitznachbar vollgelabert am Samstag, wir sollten doch mal bitteschön den Jansen von den Bayern holen, der spiele doch eh nicht mehr dort, und so einer würde uns mal richtig gut zu Gesicht stehen. Den ganzen Nachhauseweg hat er mich und alle anderen in der S-Bahn vollgetextet: Und alle haben mit den Augen gerollt und gelächelt und gesagt: „Sicher, Digger, den kriegen wir bestimmt für 3,80€, und Uli Hoeneß bringt ihn persönlich zum ersten Training“.

Und jetzt hamsen geholt!

Immerhin erhärtet sich auch mein Verdacht, Timi Atouba sei bereits verkauft: Am Nationalspieler käme er wohl nicht so schnell vorbei. Obwohl: Der Jansen kann ja rechts wie links!

Mensch, Didi, wer hätte das gedacht?! Petric, Silva und Jansen: Was für eine geile Art und Weise, die Millionen von vdV unters Volk zu bringen.

HSV – KSC 2:1

23.8.2008

23.8.2008

Rausgehen, Warmmachen, Weghauen war gestern, jetzt ist Funk dran.

So ein erstes Heimspiel ist doch immer was tolles: Die alten Lieder, die alten Gesichter (kein Stück verändert), neue Spieler, neuer Trainer, neue Choreo von den Chosen Few und andere kleine Neuigkeiten (neuer Stadionsprecher bspw.) – ach wie schön.

Der Kick war ehrlich nicht besonders toll, aber so ein ehrliches Tor in der letzten Minuten vom ehrlichsten aller HSVer auf dem Platz, Matthijsen: Toller Einstand.

Auf meine Begleitung hat Paölchen Guerrero einen guten Eindruck gemacht: Feines Füßchen und feine Pässe. Auf mich hat am meißten de Jong einen guten Eindruck gemacht: Wahrhaftes Kämpferherz und jeden Ball an den Mann gebracht. Und sehr beeindruckend war auch, was für ein Fremdkörper Atouba in der Mannschaft zu sein scheint: Nach seinem dreiviertel Tor, das zum Glück als Karlsruher Eigentor gewertet wurde (irgendwer hat Atouba beim Kicker-Managerspiel), hat sich zwar kaum jemand so richtig gefreut, aber er am wenigsten. Und nach dem Schlussminutensiegtor lagen alle übereinand, nur er nicht. Ich hatte das Gefühl, er sei schon verkauft. Er musste halt noch ran, weil sonst keiner mehr mit wie auch immer beschränkter Defensivbegabung aufzutreiben gewesen wäre. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen – Beiersdorfer hat ja schon so doll bedeutungsschwander nichts wirkliches gesagt und gelächelt. Hauptsache keine hektische Ljouboja-Verpflichtung mehr.

HSV-KSC mit Choreo Chosen Few

HSV-KSC mit Choreo Chosen Few

Alles in allem: Es gibt viel zu tun (kreatives Offensivspiel, Ecken, die mal was bringen, Bälle auf Pitroipa, mit denen er mal arbeiten kann, Olic, der mal eiskalt einen Torwartabschlag abkriegt und einlocht), aber das Tor von Joris war einfach Gold wert: Saisonstart geglückt, Regen vergessen.

St. Pauli: Rausgehen, Warmmachen, Weghauen

21.8.2008

21.8.2008

Haben wir neulich im Kino gesehen.

Ein hübsches Stück über ein hübschen Stück Heimat. Gar nicht nur Fußball, auch viel Geschichte nebenbei, viele schöne Bilder aus der Gegend, in der man wohnt und den Film guckt und soweiter, Musik von hier, Einblicke in die einfachen und netten Seelen von Holger Stanislawski und den anderen. Ich schätze mal ein hervorragendes Werk für Italienische Erasmusstudenten, die die zehn geilsten Monate ihres Lebens auf dem Schulterblatt verbracht haben.

Auf der Homepage heißt es, der Film sei mehr als nur ein Film über den Verein im Aufstiegsjahr in die 2. Liga, vielmehr ginge es auch um das Drumherum, die ganze Gegend und die ganze Schose, und das Gefühl und alles, und am Ende ist es ehrlich gesagt genau das, was mir an dem ansonsten natürlich sympathischen Film wie auch Verein und Viertel irgendwie immer irgendwann anfängt so ein bißchen auf den Keks zu gehen: Ja, wir haben uns alle lieb, und wir sind ja so sozialbewusst und wir sind so anders hier, und hier ist alles so knorke und die Welt noch in Ordnung, und all das wird immer so lange aufgetischt, bis mir irgendwann ein bißchen schlecht wird davon wie von einer ganzen Tüte Euromünzen: Oberlecker, und dann irgendwann: Bauchweh.

Und dann bin ich immer so froh, in die Neustadt zurück nach Hause zu gehen.

Goldener Schachzug: Petric für Zidan

17.8.2008

17.8.2008

Und ich weiß noch genau, wie wir in der letzten Saison meinten:

So einen wie den Petric, den bräuchten wir hier mal beim HSV.

Und nun ist er hier. Und mit ihm ist auch noch Zidan weg – nicht, dass wir ihn hier nicht alle gern gehabt hätten, aber gebracht hat er halt genau gar nix.

Petric also, von wegen einer der anderen Knaller.

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