Archiv der Kategorie 'Meine Musik'

Für immer dumm (Bushido feat. Karel Gott)

Manchmal bedarf es besonders schrecklicher Ereignisse, um das Schweigen zu brechen:

Jetzt die Ray-Ban, die Blue Jeans – sing für sie, Karel Gott.

Was?

Ich kann nicht mehr.

Friska Viljor im Knust

09.09.2008

09.09.2008

Ausverkauftes Konzert von Friska Viljor im Knust – hätte ich nicht gedacht, aber da haben Mopo und Abendblatt ja auch noch schön nachgeholfen in den letzten Tagen.

Wie auch immer es dazu gekommen ist- sie haben es verdient.

Es war jetzt das fünfte Konzert, das ich innerhalb der knapp anderthalb Jahre unserer innigen Liebe gesehen habe, und entsprechend hatte ich ein, zwei Zweifel, ob sie es wieder schaffen würden, mich so zu begeistern wie bisher. Immer nur weißes Hemd mit roter Krawatte, Ukulele und Lalala-Songs würden auf die Dauer vielleicht auch nicht alles reißen?

Friska Viljor im Knust

Friska Viljor im Knust

Weit gefehlt! Friska Viljor schafften es zuverlässig mit dem ersten Stück wie mit einem großen Strahler helles Licht genau an die Stelle meiner musikalischen Seele zu strahlen, wo die gute Laune wohnt. Genau die Stelle, von der ich gar nicht wusste, dass es sie so in Reinform gibt. Da, wo Musik wohnt, die nicht banal ist, die nicht peinlich ist, und die trotzdem mit großer Sicherheit ein lautes Schreien der Freude aus mir herausbringt, die mich hüpfen lässt und lachen und singen, aus voller Kehle singen.

Und das ganze vor ausverkauftem Haus, das am Ende aus dem selbigen war. Man kann sich aber auch gar nicht verschließen vor dieser guten Laune und diesem freundlichen Gesindel, das sich auf der Bühne breitmacht und alles gibt, das in ihm steckt.

Sir Simon im Grünen Jäger

29.8.2008

29.8.2008

Am Freitag schnappten wir uns beim Grünen Jäger die letzte Grillwurst des Sommers und lauschten im Rahmen des Label-WG-Abends anschließend einem jungen Mann namens Sir Simon, der sein erstes Album „Battle“ nennen durfte und so -vom Label des Wortwitzes aus dem Namen beraubt- immer noch witzig sein durfte.

Mit Gitarre und iPod ausgerüstet sang er einige hübsche Lieder und wurde somit zum Gewinner des Abends. Mit klarer Stimme singt er in guter Manier ruhige und fröhliche Songs, zu denen man gerne nachts Auto fährt oder an Bushaltestellen auf fremde Mädchen wartet, glaube ich. Da habe ich jetzt mal ein Auge drauf, auf den jungen Herrn, der sonst auch mit Band auftritt und seine Sounds nicht digital beisteuern muss.

Sir Simon im Grünen Jäger

Sir Simon im Grünen Jäger

Aktuell wurde die dritte Compilation About Songs aus dem Hause Devilduck Records veröffentlicht, und da ist er auch drauf.

Sommerloch, musikalisch

Konzertbesuche kann man vergessen, Platten erscheinen kaum, und alles, was ich mir bei emusic runtergeladen habe, macht piepspiepskreischkreisch.

Zeit, mal aufzuräumen im Kopf und Musikzimmer, mal was wegzuschaffen:

Dinge sortieren, die man schon vor längerer Zeit gekauft hat und irgendwie noch nicht so richtig dazu gekommen ist.
Dinge zu suchen, die man schon lange mal finden wollte.
Dinge zu digitalisieren, die man schon lange mal wieder hören wollte.

Und versuchen, herauszufinden, wie man das Foxytunes-Plug-In Signatunes hier bei WordPress aktiviert bekommt. Angeblich kein Problem, indes will es nicht laufen.

Wie ich eines Tages aus Versehen eine Rockband fotografierte

… und wie es alles herauskam – dabei handelt es sich nunmehr unangefochten um die unglaublichste Geschichte, die mir bisher in meinem Leben passiert ist.

Letzten Oktober waren wir in New York. Als wir da so durch Williamsburg zogen, saßen wir irgendwann in der Sonne, und ich begann, Leute zu fotografieren, die an uns vorbeigingen. Mal in die eine Richtung, mal in die andere. Wahllos. Irgendwen. So auch diese drei Typen, die uns so derbe lässig erschienen, dass es quietschte. Das Foto hieß bei uns seither nur noch die Band. Irgendwann vor ein paar Monaten entschlossen wir uns schließlich, das Foto groß auf Leinwand ziehen zu lassen, und so hängt es nun prominent an unserer Wohnzimmerwand, und alle, die fragen, wer das sei, erhielten bisher die Antwort „Keine Ahnung, so drei Typen in New York“.

Vorgestern änderte sich das. Wir gingen auf das Konzert von Rogue Wave ins Knust. Es waren nicht bombenviele Leute dort, aber auch nicht wenige, man konnte sich gut bewegen. Nach dem ersten Lied ging ich nach vorne, um einen besseren Blick auf die Band zu werfen, und gleich nach zwei, drei Sekunden wurde ich ganz tatterig, denn den Drummer, verdammt, den hatte ich doch schon einmal irgendwo gesehen… Ziemlich schnell waren wir uns einig, das sei der Typ von unserem Foto. Kann doch nicht sein! Während die Band dann so spielte, und das machte sie gut, mit fortlaufender Dauer immer besser, was auch die Mehrzahl der Gäste so empfand, dachte ich irgendwann, Moment, diesen Typen da rechts, den kenn’ ich doch auch. Verflucht will ich sein, aber auch den Keyboarder – wuhah! Das kann nicht sein, nein, unmöglich.

Wir konnten das Ende des Konzerts also ausnahmsweise gar nicht abwarten, um im Anschluss nervös unsere unter Umständen dämlichste Frage überhaupt loszuwerden: Ward ihr letztes Jahr im Oktober in New York? Die Wahrscheinlichkeit, für einen irren Volltrottel gehalten zu werden, ist 3.333x größer als die, es nicht zu sein.

Tja, das Ende der Geschichte ist: Sie sind es. Wie sich herausstellte, hatten sie damals ein Konzert in Brooklyn gegeben, waren gerade einen Kaffee trinken und schlichen grisgrämig durch den Tag. Und nun, mehr als ein halbes Jahr später: Wir lagen uns buchstäblich lachend in den Armen (sehr nette Leute), wir kichern eigentlich immer noch.

Unglaublich. Im Sinne von nicht zu glauben. Das Leben ist so ein lustiges Kerlchen. Unfassbar.

Rock on.

Gäbe es noch das Foxytunes Plugin, könnte man hier nun “Missed” von Rogue Wave hören.

Café Capital in Antwerpen

Apropos Empfehlung:

Zum Tanzen Ausgehen kann in Antwerpen schnell in eine Technobude führen. Was es an vielen, vielen schönen Kneipen in Überfluss gibt, daran mangelt es bei den Clubs: Auswahl. Es muss aber auch nicht so laufen: Das Café Capital liegt mitten im Stadtpark und bietet einem jungen, gut durchmischten Publikum flotte Musik und gute Getränkepreise – was will man mehr?!

Wir waren bspw. letzten Samstag dort als Evil Knevil von Bloc Party einen wilden Stilmix auflegte und zappelten bis in die frühen Morgenstunden.

Finger

Zwei Mal im Jahr gibt es die gedruckte Volldröhnung in Sachen kultureller Inspiration: Die Macher der Zeitschrift Finger aus der Schweiz sind offenbar non-stop auf der Welt unterwegs, um Schriftsteller, Musiker, Filmemacher oder Duahnstnichtwas zu fragen, was ihre Lieblingsbücher, Lieblingsfilme, Lieblingslieblinge und Lieblingstiere sind.

Finger Magazin

Und so erfährt man, dass Stephan Remmler sich zu Tous le garcons et les filles verliebt hat, dass Mel C zu Prodigy abgeht, dass Bonnie Prince Billy einfach nur Rockmusik kennt, dass Art Brut Schuhe in der Marktstraße gekauft haben, dass Prefuse 73 erst 1990 seine erste Platte gekauft haben will (Michael Jackson oder Prince), und dass A day in the life das mit Abstand beliebteste Stück der Beatles ist.

Das schöne ist: Die Inspiration funktioniert auch in die umgekehrte Richtung: Künstler wie Morningwood, die man nicht kennt, werden einem dadurch angetragen, dass sie lauter Dinge mögen, die man auch mag. Und irgendwie finde ich es immer noch cooler, auf diesem Wege neue Bands zu finden als neue Freunde.

Zehn Finger, äh, Daumen hoch.

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Now playing: Edwyn Collins – Ghost of a Chance
via FoxyTunes

Hot Chip im Übel+Gefährlich

Heftig+Gedrängel: Gestern abend spielten Hot Chip im Bunker an der Feldstraße. Das Konzert war schon ziemlich lange ausverkauft, und als wir gegen viertel nach neun oben ankamen, war zum einen die Vorgruppe bereits vorbei und der komplette Saal voll: Das Alter und die Jungs mit Bart -Rate waren deutlich geringer als zuletzt im Knust. Die Coolenquote war erträglich, und nach den ersten zwei, drei Stücken hatte ich das Gefühl, dass das auch gut an Hot Chip liegen könnte, denn die sind selber: Angesagt aber gar nicht richtig cool, allen voran hintenan Alexis Taylor, der kleine Frontmann. Ganz schön nett für so heiß gehandelte Briten, auch wenn man das erst im letzten Drittel des Auftritts mitbekam, da vorher nicht gesprochen wurde.

Stattdessen gab es etwas New Order, etwas Underworld, etwas Rave, etwas Techno, ziemlich viel Pop, ein bißchen Maximo Park, und das alles ergab eine gute Party.

Hot Chip in Hamburg

Schade fand ich die Tatsache, dass der Sound schon da wo wir standen (auf Höhe des Eingangs, also ungefähr in der Mitte des Raums) ziemlich mau war, es hörte sich an wie bei einem viel größeren Konzert, bei dem man zu weit hinten stünde. Mehr Saft auf der Anlage hätte sich noch zu viel mehr Gezappel meinerseits geführt, aber vielleicht wollten sie auch unsere Ohren schonen.

Nach nicht ganz zwei Stunden war es vorbei, und wir gingen gut gelaunt auf die Straße.

P.S. Danke nochmal für die Karte, Subsch.

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Now playing: Hot Chip – My Piano
via FoxyTunes

Band of Horses im Knust

Schön, dass sie endlich da waren, die Band of Horses (ich empfehle deshalb einen Blick auf die Homepage, da die Bilder so schön wiedergeben, wie die Musik ist). Schließlich gehörte ihr aktuelles Album Cease to begin für mich zu den besten des letzten Jahres. Ich war gespannt zu sehen, ob die Bärte inzwischen bis zum Boden reichen würden (tun sie nicht), und ob die Stimmung auf melancholisch-energisch gebracht werden konnte trotz der Vielzahl ruhiger Lieder im Repertoir (konnte sie), aber bevor es das zu erfahren gab, wurden erst noch zwei weitere Auftritte im ausverkauften Knust dargeboten:

Taylor Ramsey, seinzeichens vollstbärtiges Mitglied der Band of Horses, macht den Auftakt, von dem ich leider nur das Ende mitbekam, eine schöne getragene Coverversion von All through the night von Cindy Lauper (ich hoffe, der Knust- DJ ließ sich nicht ernsthaft dadurch inspirieren, später I drove all night einzuspielen!). Schade, denn das was ich hörte, hörte sich gut an.

Anschließend betraten die Cave Singers aus Seattle die Bühne, und ich muss schon unverblümt sagen, dass ich das einfach total langweilig fand. Genau die Art amerikanischer Countryfolkrockmusik, die mich nicht schockt.

Band of Horses live im Knust

Gut, ging vorbei, und dann traten die Horses vor ihr ebenfalls überdurchschnittlich stark gesichtsbehaartes Publikum . Zu meiner Freude erweist sich die Stimme von Ben Bridwell live ebenso durchdringend und klar wie auf den Alben, und der Sound ist erfreulich frisch. Finde zumindest ich, aber nicht Ben Bridwell, und so fängt ziemlich schnell ein ziemlich nerviges Gehüner um die Monitorboxen an. Das kann einem schonmal die Stimmung vermiesen. Es ging so gerade noch einmal gut bei mir, und bei No One’s Gonna Love You war ich wieder versöhnt.

Ich glaube, dass die Stimme von Bridwell deswegen noch viel eindringlicher und offener klingt als erwartet, weil man aus dem Jesusbart viel eher eine rauhe, knarzige Stimme erwarten würde, und aus diesem Holzfällertypen dann so ein Vokalstrahl herauskommt, direkt und rein, dass er damit Gläser putzen könnte.

Schöne Randerscheinungen übrigens: Die Konzertkarten kosteten keine 18€, die CDs zum Konzert wurden für 10€ angeboten, und seit dem 1. März wird offenbar auch im Knust das Rauchverbot ernstgenommen. Schön, dass solche Bands in Hamburg beim ersten Mal die Bude voll kriegen. Insgesamt gibt es von mir mangels Charme der Band und auf Grund der etwas divenhaften Boxenarie eine 2. Bei der Musik ist da noch Platz nach oben. Aber auch nicht viel.

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Now playing: Band of Horses – No One’s Gonna Love You
via FoxyTunes

Nada Surf bei Michelle

Loide, am Donnerstag spielen Nada Surf bei Michelle Records. Endlich mal rechtzeitig Bescheid gewusst. Und ihr jetzt auch.

Also: Donnerstag, egal ob noch eine Karte für das ausverkaufte Konzert im Grünspan in der Tasche steckt oder nicht: halb sechs im Gertrudenkirchhof.

Sei da oder sei ein Quadrat.

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Now playing: Nada Surf – Blizzard Of ‘77
via FoxyTunes

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