Archiv der Kategorie 'Meine Reisen'

Plattenflohmarkt in Brooklyn

Wie sinnvoll es ist, in einem Blog über Hamburg und Konsorten auf einen Flohmarkt in Brooklyn hinzuweisen, sei jetzt mal dahingestellt, ich tue es aber trotzdem,

Am 14. September, ergo nächstes Wochenende, verkaufen auf dem wöchentlichen Flohmarkt in Fort Greene, einem der tollen Viertel Brooklyns, eine ganze Reihe von tollen DJs ihre Scheiben (na, wohl nicht ihre raren Lieblingsteile).

Wer in der Nähe ist, gehe bitte dorthin: Esst lecker Zeug, begafft coole Typen, kauft schöne Sachen. Bringt mir was mit.

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Now playing: Jay-Z – Brooklyn’s Finest
via FoxyTunes :

Unser Landsitz Luckwitz

Mitten in der Pampa. Mittendrin im herrlichen Land zwischen Hamburg und Schwerin, liegt der Schaalsee, und unweit des Schaalsees, im Storchenland, dort liegt Luckwitz. Und in Luckwitz liegt der Landsitz, auf dem wir gerade zwei wunderbare Tage verbracht haben.

Schaalsee, Badestelle bei Lassahn

Schaalsee, Badestelle bei Lassahn

Das alte Gutshaus gehörte früher mal den von Bernstorffs, denen irgendwie alles in der Gegend mal gehört haben muss, und heute gehört es zwei schlauen Menschen, die wissen, was gut für sie und uns ist: Grün, Ruhe, Stille, alte Mauern, geräumige Badezimmer und Wind, der einem nach dem Aufwachen durch das Fenster um die Nase weht und von keinem Geräusch von nichts und gar nichts weit und breit gestört wird.

Wir bewohnten die Strandkorb-Wohnung, die uns in der Tat wie in einem großen Strandkorb fühlen ließ: Die meisten Möbel in weiß gehalten, alter Holzfußboden und hellblau und weiß gestrichene Wände. Im Bad wartet eine gusseiserne Wanne auf den Gast, nachdem er sich tagsüber beim Betrachten der Storchennester einen steifen Nacken geholt hat oder sich auf einem einsamen Steg am Schaalsee gesonnt hat.

Wem wie mir das Geräusch des Windes in drei großen Pappeln das liebste ist, was man ihm am Wochenende antun kann, der ziehe bitte in Betracht, ein paar Tage aus unserem Landsitz zu verbringen.

Bärenmühle im Lengeltal

Einige Höhepunkte unserer jüngsten Reise möchte ich in den nächsten Tagen beschreiben. Hier als würdiger Beginn die Bärenmühle.

Wenn mal ein Slogan stimmt, dann der, der einen auf der Homepage der Bärenmühle begrüßt:

Wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, da steht die Bärenmühle.

Ich weiß gar nicht mehr recht, wie ich darauf gestoßen bin, aber ich wusste gleich, dass das ein fixer Ort auf unserer Deutschlandtour sein würde.

Wenn man in Nordhessen im Kellerwald in der Nähe des Edersees in Richtung Frankenau fährt, dann weiter Richtung Ellershausen, dort Richtung Louisendorf und dann abbiegt in einen unbenannten Schotterweg, dann kommt man in das Lengeltal, und wenn man sich dann nicht davon ablenken lässt, dass erstmal lange nichts kommt und durchhält, dann kommt man zur Bärenmühle und findet genau, aber ganz genau das, was man sich unter einem entlegenen, romantischen Hotel vorstellt: Geschmackvoller, liebevoller, moderner, urtümlicher Komfort mitten in der Gegend. Wo sich Fuchs und Hase…

Man kann von dort aus Wandern, Radfahren, sich im großen Garten Sonnen, im Teich Baden oder gar nichts Tun. Gar nichts Tun kann man dort definitiv am besten.

Die Bilder auf der Homepage lügen nicht, daher hier nur zwei eigene Impressionen.

Wunderschön, mutterseelenallein. Und schön. Und herrlich ruhig und leise. Und grün. Und ruhig. Und einmalig schön.

Deutschland von unten

Bescheid, dass wir jetzt erstmal unterwegs sind, Deutschlands Ecken ausleuchten. Torf und Spargel stechen, klettern, schlafen, staunen. Themenstraßen zählen, Vögel erkennen, Landkreise sammeln: solche Sachen.

Sind jetzt schon ganze zwei Tage unterwegs und können schon mal festhalten: Mensch is dat scheun.

Später mehr.

Wie ich eines Tages aus Versehen eine Rockband fotografierte

… und wie es alles herauskam – dabei handelt es sich nunmehr unangefochten um die unglaublichste Geschichte, die mir bisher in meinem Leben passiert ist.

Letzten Oktober waren wir in New York. Als wir da so durch Williamsburg zogen, saßen wir irgendwann in der Sonne, und ich begann, Leute zu fotografieren, die an uns vorbeigingen. Mal in die eine Richtung, mal in die andere. Wahllos. Irgendwen. So auch diese drei Typen, die uns so derbe lässig erschienen, dass es quietschte. Das Foto hieß bei uns seither nur noch die Band. Irgendwann vor ein paar Monaten entschlossen wir uns schließlich, das Foto groß auf Leinwand ziehen zu lassen, und so hängt es nun prominent an unserer Wohnzimmerwand, und alle, die fragen, wer das sei, erhielten bisher die Antwort „Keine Ahnung, so drei Typen in New York“.

Vorgestern änderte sich das. Wir gingen auf das Konzert von Rogue Wave ins Knust. Es waren nicht bombenviele Leute dort, aber auch nicht wenige, man konnte sich gut bewegen. Nach dem ersten Lied ging ich nach vorne, um einen besseren Blick auf die Band zu werfen, und gleich nach zwei, drei Sekunden wurde ich ganz tatterig, denn den Drummer, verdammt, den hatte ich doch schon einmal irgendwo gesehen… Ziemlich schnell waren wir uns einig, das sei der Typ von unserem Foto. Kann doch nicht sein! Während die Band dann so spielte, und das machte sie gut, mit fortlaufender Dauer immer besser, was auch die Mehrzahl der Gäste so empfand, dachte ich irgendwann, Moment, diesen Typen da rechts, den kenn’ ich doch auch. Verflucht will ich sein, aber auch den Keyboarder – wuhah! Das kann nicht sein, nein, unmöglich.

Wir konnten das Ende des Konzerts also ausnahmsweise gar nicht abwarten, um im Anschluss nervös unsere unter Umständen dämlichste Frage überhaupt loszuwerden: Ward ihr letztes Jahr im Oktober in New York? Die Wahrscheinlichkeit, für einen irren Volltrottel gehalten zu werden, ist 3.333x größer als die, es nicht zu sein.

Tja, das Ende der Geschichte ist: Sie sind es. Wie sich herausstellte, hatten sie damals ein Konzert in Brooklyn gegeben, waren gerade einen Kaffee trinken und schlichen grisgrämig durch den Tag. Und nun, mehr als ein halbes Jahr später: Wir lagen uns buchstäblich lachend in den Armen (sehr nette Leute), wir kichern eigentlich immer noch.

Unglaublich. Im Sinne von nicht zu glauben. Das Leben ist so ein lustiges Kerlchen. Unfassbar.

Rock on.

Gäbe es noch das Foxytunes Plugin, könnte man hier nun “Missed” von Rogue Wave hören.

Café Capital in Antwerpen

Apropos Empfehlung:

Zum Tanzen Ausgehen kann in Antwerpen schnell in eine Technobude führen. Was es an vielen, vielen schönen Kneipen in Überfluss gibt, daran mangelt es bei den Clubs: Auswahl. Es muss aber auch nicht so laufen: Das Café Capital liegt mitten im Stadtpark und bietet einem jungen, gut durchmischten Publikum flotte Musik und gute Getränkepreise – was will man mehr?!

Wir waren bspw. letzten Samstag dort als Evil Knevil von Bloc Party einen wilden Stilmix auflegte und zappelten bis in die frühen Morgenstunden.

AA Gent – Sporting Charleroi 2:1

Warum über den Kanal schweifen, wenn das Gute liegt so nah?!

Beim Spiel des Belgischen Pokalfinalisten und aktuellen Tabellensechsten der Jupiler League (K)AA Gent gegen den bis dahin punktgleichen wallonischen Rivalen aus Charleroi erwarteten uns bestes Wetter, ein Stadion, wie man es sich klassischerweise immer aus England vorstellt – Mitten in einem gemütlichen Wohnviertel gelegen – und knapp 10.000 vollkommen entspannte Fans.

Das Spiel begann recht flott, es geschah aber erstmal lange nichts zählbares. Die Fans kamen dann aber doch in Wallung, als das 1:0 für ihren AA fiel. Dieser Jubel war allerdings nichts gegen den, der ausbrach, als die Anzeigetafel ein 1:0 und wenig später ein 2:0 in einem Parallelspiel verkündete: Wir machten uns bei einem deutsch sprechenden älteren Herrn schlau und erfuhren, dass Gent im belgischen Pokalfinale auf den RSC Anderlecht trifft, der sich durch dieses 2:0 über den FC Brügge gerade den 2. Platz gesichert hatte (CL-Quali). Dadurch war unser neuer Lieblingsverein AA Gent automatisch für den UEFA-Cup qualifiziert. Vielleicht sieht man sich so ja nächstes Jahr in Hamburg wieder… Auch das eigene Spiel wurde dann noch 2:1 gewonnen und so hatten die AA-Fans reichlich Grund, auf die Kacke zu hauen.

Um Groundhopperpunkte zu sammeln absolut empfehlenswert!

Vielen Dank an Piet für die Steilvorlage.

Über’s Wochenende nach Schladming

Ja, geht. Ist zwar von Hamburg aus etwas anstrengend, aber geht.

Das kleine Städtchen im westlichsten Zipfel der Steiermark gab sich aber auch Mühe, uns zu gefallen: Kurz vor unserer Ankunft am Freitagvormittag hatte es noch einmal geschneit, und nun war keine Wolke mehr am Himmel.

Fugeralm mit Blick auf das Dachsteinmassiv

Das Skigebiet liegt tief, und das ist sicher hin und wieder ein Problem: Im Tal startet man auf knapp 800m, keine Bergstation liegt über 2.000m. Dennoch wird die Region nicht müde darauf hinzuweisen, sehr schneesicher zu sein. Das liegt auf jeden Fall nicht allein an den unfassbar vielen Beschneiungsanlagen, sondern auch daran, dass die Hänge fast ausschließlich Nordhänge sind und somit ein Traum bei Sonnenschein: Bei der Auffahrt hält man sein Gesicht in die Sonne, bei der Abfahrt jagt man seinen Schatten auf dem knusprigen Schnee. Auf der Planai, dem Hochwurzen und der Reiteralm gehen beinahe alle Abfahrten durch den Wald, aber vor allem die Reiteralm weiß dadurch zu begeistern, dass die Pisten einfach sehr, sehr gut sind: Neigung, Schwierigkeitsgrad, Breite, Länge, Liftkapazitäten: Top. Da fährt man gerne mal ganz aus Versehen bis zur Erschöpfung. Dabei wird es einem so leicht gemacht wie nirgends, das zu verhindern: Ich habe noch nie so eine hohe Dichte an Skihütten gesehen, die irgendwie alle schön aussehen. Und von fast überall hat man auch noch eine schöne Aussicht auf den Dachstein und Umgebung.

Das Gebiet liegt nicht hoch, es gibt viele viel größere, das Après Ski lässt auch trotz Tenne zu wünschen übrig, aber trotzdem: Das ist ein Hit. Ich hatte Schladming schon lange auf der Liste, aber auf Grund der tiefen Lage immer Bedenken gehabt. Jetzt weiß ich: Da sind Leute am Werk, die sich auskennen. Da fahre ich gerne mal wieder hin, vielleicht ja sogar hier hin.

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Now playing: Blumfeld – Schnee
via FoxyTunes

T2 oder T3 oder T4

Kennt sich jemand aus?

Kriegt man so einen wunderschönen alten Bus, mit dem man dann eine große Deutschlandreise machen kann, ohne dass man einen Mechaniker dazu einstellen muss?

Sollte man von so etwas die Finger lassen, wenn man keine Ahnung hat?

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Now playing: Beastie Boys – Mark On The Bus
via FoxyTunes

Ballonseide, ich don’t think so!

Man kann dem Kroaten ja vieles vorwerfen:

Dass er überall Flachbildschirme aufhängen muss, wo sich mehr als zwei Leute versammeln, dass er neue Hotels und Cafés ausschließlich im vermeintlich zeitgemäßen Lounge-Stil von 1996 einrichtet, dass er nur zu Autoscootermucke tanzen geht, und dass er auf kleine Unmutsgesten im Straßenverkehr ungemindert mit Komplettvermöbelung reagiert bspw.

Aber eines kann man ihm nicht vorwerfen: Dass er nicht bemüht wäre, seinen Beitrag zur Verschönerung des Straßenbildes beizutragen, indem er den Gästen einiger Restaurants verbietet, so aufzuschlagen, wie sie es am liebsten würden:

Kein Michi Ballack

Dasselbe in Irland, und das Land würde in eine ernsthafte Textilkrise gestürzt.

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Now playing: Stars – Today Will Be Better, I Swear
via FoxyTunes

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