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Frohstoff in der Wexstraße

Good old Wexstraße mausert sich ja nun schon länger, und jetzt ist vor ein paar Tagen oder Wochen in die alte Wildschlachterei der Laden Frohstoff eingezogen, dessen Artikel – alles mögliche aus Stoff bedruckt mit Pflanzen, Hamburgensien und anderem Zeug – man schon länger im Laden in der Bellealliancestraße und im Place schräg gegenüber kaufen konnte.

Frohstoff, Wexstraße

Frohstoff, Wexstraße

Ich gebe zu, nicht so total begeistert vom Angebot zu sein, denn es ist zum einen schon recht wenig abwechslungsreich, und zum anderen kann ich persönlich auch einfach keine Fernsehtürme, Hafendocks und Astrapullen mehr auf irgendwas gedruckt sehen. Aber vielleicht müssen sie das ja auch machen, um erstmal einen Grundstock sicher zu verkaufen.

Wie dem auch sei, ich wünsche den Menschen von Frohstoff allen erdenklichen Erfolg, denn sie haben etwas ganz wundervolles geschafft: Keine einzige der fabelhaft schönen Kacheln des Vorgängerladens abzuschlagen und irgendwie ihren Laden in das vermutlich unmöglich wiederverwendbare schöne Interieur des verstorbenen Schlachters zu basteln – das war sicher überhaupnicht leicht und gebührt meiner ganzen Anerkennung und Dank.

Marktfreuden auf dem Groß- und -neumarkt

Am Sonntag war großer Markttag:

Flohmarkt Großneumarkt 14.9.2008

Flohmarkt Großneumarkt 14.9.2008

Morgens ging es auf den Großneu- zum Flohmarkt, wo sich bei gutem Herbstwetter wieder die Nachbarschaft traf und verkaufte, was es so zu verkaufen gibt. Offenbar hat der Markt, der in meiner Erinnerung somit zum vierten oder fünften Mal stattgefunden hat, inzwischen etwas mehr Zulauf, und so finden sich neben den Nachbarskindern und Müttern auch ein paar bekannte Nasen von anderen Märkten, die hier ihre Platten etc. feilbieten. Alles in allem ist der Flohmarkt in der Neustadt sehr zu empfehlen, wie ich finde. Eine gute Mischung aus Viertelpflege, Gedöns und echten Schätzchen. So konnte ich mir auch ein paar Scheiben zulegen, die ich mal auf Verdacht gekauft habe. Insbesondere Erroll Garner hat es mir angetan.

Großmarkt Hamburg

Beschwingt ging es weiter zum Großmarkt, wo der Feinschmecker eine kleine Messe namens Food Market veranstaltete.

Ich hatte noch nicht davon gehört und war umso begeisterter, als dass es so endlich, endlich einen Anlass gab, in den Großmarkt hineinzukommen.Großmarkt Hamburg

Und wie es sich gelohnt hat: Buntes Marktgeschehen, überalle lecker drappiert Früchte und Gemüse – und allenthalben wurde geköchelt und zum erschwinglichen Preis angeboten, was die feinen Köche zubereiteten. So kam ich zu einer vorzüglichen Pilzpfanne, einem wahnsinnig leckeren Heidelammspieß mit Pfefferkirschen und einer Schichnachspeise, die es in sich hatte.

Die Maitres von 4Experiment

Die Maitres von 4Experiment

Und das alles unter dem großartigen Gewölbe des Großmarkts, das alleine ich die ganze Zeit hätte bestaunen können. Wären da nicht die unzählbaren Verlockungen in Hüfthöhe gewesen. Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder!

Streetart Neustadt-Style

10.9.2008

10.9.2008

Darum liebe ich unseren Stadtteil:

Weil’s hier Mittwochs auf dem Markt die besten Franzbrötchen der Welt gibt, und zwar in einer Vielfalt, dass einem die Augen übergehen.

Und weil es neben den ganzen netten Leuten und Geschäften, dem Getröte der Schiffe aus dem Hafen, den Kindern, den Brunnen und lustigen Straßennamen, den Galerien in der Wexstraße und in der Brüderstraße auch auf dem Bürgersteig immer was zu sehen gibt – die beste Streetart haben wir nämlich auch:

Streetart am Großneumarkt

Streetart am Großneumarkt

Keine Ahnung, ob das ein politisches Statement sein soll, glaube aber eher nicht.

Flohmarkt auf dem Großneumarkt

Heute wieder:

Flohmarkt auf dem Großneumarkt

Flohmarkt auf dem Großneumarkt

Es gibt allerlei Zeug und Kaffee und Kuchen, und die Sonne scheint. Also aufgerafft und hin!

Internet killed the Kaufhauseinkauf

Im Ernst: Ich bestell was abends um neun bei amazon, am nächsten Morgen (Samstag) um 9h klingelt der Paketdienst. Und bei Karstadt kann man die CDs nicht in der Textilabteilung bezahlen. Oder wie jetzt?

Leute, so wird das nichts mehr mit uns. Ich werde fortan alles, was ich kriegen kann, hier ums Eck in der Neustadt kaufen, und was es da nicht gibt, kaufe ich halt online. Ich schwitz mir doch nicht den Pulli voll in der Kassenschlange bei Saturn. Ehrlich nicht.

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Now playing: Jill Barber – Hard Line
via FoxyTunes

Antik- und Floh- auf dem Großneumarkt

Falls jemand Lust hat auf einen freundlichen Abend mit Musik und Bewirtung unter freiem Himmel, dem sei der Antikmarkt auf dem Großneumarkt empfohlen. Wer Lust hat auf einen überschaubaren Flohmarkt, auf dem in erster Linie Privatleute verkaufen, dem widerum sei der Flohmarkt auf dem Großneumarkt ans Herz gelegt.
Beides findet während der freundlicheren Monate des Jahres regelmäßig in einer Doppelveranstaltung statt und heißt dann

Antik- und Flohmarkt auf dem Großneumarkt.

Der letzte am 13. Mai bei bestem Wetter

Hier die Termine für den Rest des Jahres:

07. – 08.07.07
25. – 26.08.07
22. – 23.09.07.

Where no streets have a name

Neulich: Ich sehe auf Google Maps einen Straßenverlauf, den ich nicht nachvollziehen kann. Laut Karte geht die Steinwegpassage, die den Alten Steinweg mit der Wexstraße verbindet, nicht nur geradeaus auf die selbige in Höhe Brüderstraße zu, sondern verläuft auch noch rechts herum in einem Schlenker, so dass sie ebenfalls dort auf die Wexstraße stieße, wo gegenüber der Kornträgergang verläuft. Mh. Das war mir noch nie aufgefallen, also bin ich hingetapert, und meine Vermutung wurde bestätigt: War wohl mal so. Jetzt stehen da auf jeden Fall Häuser, und das jetzt ist durchaus im Bild-Sinne zu verstehen. Die sind locker zwanzig Jahre alt. Ach, schön, wenn sich so etwas seinen Weg ins Internet bahnt.

Hätte ich ja alles längst vergessen, wäre nicht heute morgen nur wenige Meter weiter ein Straßenschild aus dem Baum gewachsen, das mich erneut irritierte: Die Geschwister-Mendelssohn-Stelle Der Geschwister-Mendelssohn-Stieg. Da ist keine Straße, kein Weg, von einem Platz keine Spur, noch nicht einmal Platz für einen Stieg ist da. Putzig, mein Falk- Stadtplan kennt ihn nicht, und auch Google Maps schweigt sich aus. Aber doch:

Der Busch führt doch was im Schild!

Zum Glück gibt es ja jetzt dieses Internet, und da habe ich Aufklärung gefunden. Besonders ersteres Verzeichnis kann ich empfehlen, auch wenn es nur Frauen beinhaltet. Wohl dem, der ein Geschwisterchen hat. Vorher wusste ich nicht, dass dort ein Stieg steht, jetzt weiß ich sogar, dass dort die genialen Komponisten geboren wurden. Augen auf, da lernt man was!

Geliebte Brüderstraße

Hätt’ ich einen Wunsch frei, jetzt und hier, würd ich mir wünschen, Baby, der Balkon wäre mir.

Die Brüderstraße, frisch poliert

Ach, Brüderstraße. Wie du dich keck windest, du Entdeckerin der Currywurst, wie du leise ansteigst, wie mich dein Kopfstein kitzelt, mich deine Lage inspiriert. Wie du der Straße deiner umtriebigen Namensväter entspringst. Wie mich deine Galerien reizen, deine Kneipen rufen. Wie mich dein sozialer Wohnungsbau freut, wie mich dein Trampgang, der Große, zum Schmunzeln bringt, und wie du mich seit neuestem in strahlenden Farben erfreust: Ich möchte in dir wohnen. Sagte ich bereits, dass wir gerade eine Wohnung suchen? So drei Zimmer mit Balkon, frisch sanierter Altbau in der Neustadt?


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