Where no streets have a name

Neulich: Ich sehe auf Google Maps einen Straßenverlauf, den ich nicht nachvollziehen kann. Laut Karte geht die Steinwegpassage, die den Alten Steinweg mit der Wexstraße verbindet, nicht nur geradeaus auf die selbige in Höhe Brüderstraße zu, sondern verläuft auch noch rechts herum in einem Schlenker, so dass sie ebenfalls dort auf die Wexstraße stieße, wo gegenüber der Kornträgergang verläuft. Mh. Das war mir noch nie aufgefallen, also bin ich hingetapert, und meine Vermutung wurde bestätigt: War wohl mal so. Jetzt stehen da auf jeden Fall Häuser, und das jetzt ist durchaus im Bild-Sinne zu verstehen. Die sind locker zwanzig Jahre alt. Ach, schön, wenn sich so etwas seinen Weg ins Internet bahnt.

Hätte ich ja alles längst vergessen, wäre nicht heute morgen nur wenige Meter weiter ein Straßenschild aus dem Baum gewachsen, das mich erneut irritierte: Die Geschwister-Mendelssohn-Stelle Der Geschwister-Mendelssohn-Stieg. Da ist keine Straße, kein Weg, von einem Platz keine Spur, noch nicht einmal Platz für einen Stieg ist da. Putzig, mein Falk- Stadtplan kennt ihn nicht, und auch Google Maps schweigt sich aus. Aber doch:

Der Busch führt doch was im Schild!

Zum Glück gibt es ja jetzt dieses Internet, und da habe ich Aufklärung gefunden. Besonders ersteres Verzeichnis kann ich empfehlen, auch wenn es nur Frauen beinhaltet. Wohl dem, der ein Geschwisterchen hat. Vorher wusste ich nicht, dass dort ein Stieg steht, jetzt weiß ich sogar, dass dort die genialen Komponisten geboren wurden. Augen auf, da lernt man was!

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2 Responses to “Where no streets have a name”


  1. 1 Bernd Rocksien Sonntag, 8. August 2010 um 2:59 pm

    An diese wunderliche Bezeichnung des gleichnamigen Abzweigers von der Steinwegpassage hat man sich ja inzwischen gewöhnen müssen. Doch warum hat man eigentlich die ursprüngliche Bezeichnung aus dem Gängeviertel nicht aufgegriffen? In alten Stadtplänen ist die Bezeichnung AMIDAMMACHERGANG noch zu entdecken. Dieser Gang verlief tatsächlich von der Steinwegpassage (nicht im Bogen wieder zur Wexstraße) runter zum Ebräergang (früher Ehebrechergang). So ist es auf meiner Innenstadt-Karte aus der Mitte der fünfziger dargestellt – also vor dem Durchbruch der Ost-West-Straße.


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