Kinofilme und ihre Deutschen (Unter)Titel

Der aktuelle Film mit John Travolta heißt im Original „Wild Hogs“, was ungefähr genau mit „Wilde Säue“ zu übersetzen wäre. Das wäre, so weit ich unbeschadet Informationen über den Film einholen konnte, ein treffender Titel. Doch man glaubt es kaum, wie dieser Film in Deutschland heißt: „Born to be wild – Saumäßig unterwegs„.

                                                                                                Warum?

Warum in Gottes Namen muss ein Englischer Titel durch einem anderen englischsprachigen Titel ersetzt werden? Und um uns hiesigen Kinogängern auch noch das letzte Restvorhandensein einer Gehirnzelle abzusprechen, wird das ganze dann ergänzt um einen Zusatz, der zwar dem Originaltitel recht nahe kommt, aber einfach nur noch weh tut. Verspürt niemand Scham, der so etwas ausheckt? Verspürt niemand Widerwillen, der so etwas zum Druck in Auftrag gibt? Wenn mehr als zwei Menschen beteiligt sind an der Entscheidungsfindung und der Entstehung von Dingen, die diesen Titel dann wochenlang promovieren, ja meine Fresse, dann muss doch einer dabei sein, der Einhalt gebieten kann!

Das ganze geht ja nun schon seit Monaten und Jahren so, aber es wird immer schlimmer. Wann fing es an? Mit „Weiße Jungs bringens nicht“ als äußerst plumpe Übersetzung von „White men can’t jump“ nicht, auch wenn ich das manchmal denke, denn die Irritation begann schon wesentlich früher, schließlich hieß „Annie Hall“ bei uns schon schon „Der Stadtneurotiker“ und drehte damit gleich die Aufmerksamkeit weg von Diane Keaton (welche im Film Annie Hall heißt) hin zu Woody Allen, welcher im Film als Alvy Singer, aber auch im echten Leben zweifelsfrei ein urbaner Neurotiker war und ist. Das war schlimm genug, aber das ganze geschah aus dem einfachen Grunde, dass dem Deutschen Publikum Woody Allen als Hauptattraktion des Films verkauft werden musste.

Das gilt nicht für „Me‘ Geld“, wie „Mo‘ Money“ bei uns hieß (echt wahr). Und so frage ich:
Warum heißt „Music and Lyrics“ in Deutschland „Mitten ins Herz – Ein Song für dich“?
Warum heißt „Two weeks notice“ in Deutschland „Ein Chef zum Verlieben“?
Warum heißt „Prime“ in Deutschland „Couchgeflüster“?
Warum heißt „The truth about cats and dogs“ in Deutschland „Lügen haben lange Beine“?

Es geht doch auch anders: Ich finde „Tatsächlich Liebe“ für „Love… actually“ gelungen, ich finde „Schmalspurganoven“ gut für „Small time crooks“ und so weiter und so fort.

Bitte Leute, nennt mir Eure unerträglichsten Fälle, denn das da oben war nur eine beliebige Auswahl, die unendlich weitergehen könnte. Das ganze ist zwar nur eine Banalität, aber wer gerne ins Kino geht, der empfindet womöglich wie ich Schmerzen, wenn er so etwas sehen muss.

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1 Response to “Kinofilme und ihre Deutschen (Unter)Titel”


  1. 1 Archie Leech Montag, 7. Mai 2007 um 10:11 am

    Da fallen mir doch spontan die se7en-Nachmache ‚Copycat‘ (mit Sigourney Weaver), die im Deutschen auf den namen ‚Copykill‘ hörte, sowie der Kirsten-Dunst-Klassiker ‚Bring It On‘ ein, welcher, zur besseren Verständlichkeit, in ‚Girls United‘ umgetauft wurde.
    Daß man einen Film kaum ‚Vervielfältigungskatze‘ nennen kann leuchtet schon ein, doch wieso es dann wieder was englisches sein mußte ist die andere Frage.
    Ob der Ausdruck ‚United‘ allerdings den meisten 12-15-jährigen Mädchen seinerzeit ein Begriff war (außer der Luftfahrt-affinen Minderheit) wage ich zu bezweifeln.


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