FC St. Pauli – 1. FC Köln 0:2

Obwohl ich jedes Spiel am Millerntor akkustisch aus unserer Wohnung verfolgen kann, obwohl ich fast nur St. Pauli- Fans kenne und kaum Rothosen, obwohl es eine Fanfreundschaft mit meinem Erbverein, dem FC Köln gibt, und obwohl alles so lustig sympathisch dort ist: Ich bin halt kein Fan vom FC St. Pauli.

Daher verschlägt es mich nur äußerst selten dort hin – gut: Ist ja auch nicht soo leicht, rein zu kommen. Gestern war es aber endlich mal wieder so weit, die Domstädter lieferten einen erwartungsgemäßen Sieg ab, auch wenn dieser allein auf Abgeklärtheit und individuelle Klasse zurückzuführen war. St. Pauli spielte mit Herz, der FC mit Verstand.

Ich merkte schon vor dem Anpfiff wieder, was der Reiz des Clubs ist: Es ist alles überschaubar, es ist alles persönlich, die überwältigende Mehrheit der Fans sieht freundlich und fröhlich aus (was man vom durchschnittlichen Stadiongänger beim HSV nicht unbedingt behaupten kann), viele meint man irgendwoher zu kennen, und viele kannte ich auch tatsächlich irgendwoher. Ein anderer Aspekt ist die Platzwahl: Wer den Volkspark gewohnt ist, so wie ich, der muss erstmal gucken, wo er bleibt, denn die Karte berechtigt eben zum Eintritt in die eine Kurve, tja, und die ist halt voll, wenn man lange draußen rum lungert und Kickeraufstellungen mit seinen Freunden bequatscht. Also stand ich letztlich in der Nähe des Kölner Blocks ganz unten am Zaun, keine zwei Meter vom Spielfeldrand entfernt.

FC Block beim Auswärtsspiel am Millerntor

Was man da so alles sieht… Wer von den Spielern eine richtig gute Murmel spielt, wie das Provozieren eines Fouls funktioniert, was für ein gutes Auge ein Kapitän haben kann, und vor allem, was für ein angsteinflößendes Tier ein Torwart (Mondragon) sein kann.

Nach Abpfiff musste ich auf dem Weg zum Fahrrad das halbe Stadion umrunden, dabei ging ich an ca. dreitausend Pauli- Fans vorbei, und ungefähr fünfhundert von ihnen sahen auf meinem Shirt aus der Flora 6, dass ich aus irgendeinem Grund lebenslänglich FC- Fan sei. Keiner, kein einziger hat einen blöden Spruch gemacht, der ein oder andere hat gelacht und mich darauf angesprochen, aber es gab wirklich keine einzige böse Stimme. So wurde mir ein überaus freundlicher Saisonauftakt gewährt und ich glaube fest daran, dass es stimmt, was man über die Fans vom Millerntor sagt. Sie können keiner Fliege was zu Leide tun. Jetzt muss nur noch die Mannschaft lernen, da einen Unterschied zu machen.

Denn: Das Spiel, wie gesagt: Leidenschaft gegen Abgeklärtheit. Abgeklärtheit hat zwei null gewonnen.

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Now playing: Pigeon John & The Set Trippin Trio – Upside Down Rotten
via FoxyTunes

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1 Response to “FC St. Pauli – 1. FC Köln 0:2”


  1. 1 Devil-Jörg Montag, 13. August 2007 um 2:49 pm

    Ich wußte ja gar nicht, dass Du ein Geißbock bist. Weshalb Dich keiner angesprochen hat, ist wohl darin begründet, dass einem der FC und sein Trainer doch eigentlich jedem nur Leid tut, auch wenn sie diesmal gewonnen haben.
    Fakt ist, dass der Helmes der einzige richtig großartige Spieler ist und damit haben sie genau einen mehr als Pauli.
    Devil-Jörg


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