Laufstrecken in Paris

Es ist nicht leicht, in Paris eine Strecke zu finden, auf der man seine alltägliche oder auch „Einmal im Leben in Paris Laufen“ Runde drehen kann: Voll ist es eigentlich überall, der Verkehr ist überall dicht, und zusammenhängendes Grün gibt es verhältnismäßig wenig. Hinzu kommt, dass die öffentlichen Grünanlagen im Winter erst nach der Dämmerung öffnen, und im Sommer auch erst um 9h.

Da ist guter Rat teuer, und da ich nun schon so einige Ecken von Paris gesehen und belaufen habe, halte ich hier einmal meine Erfahrungen fest.

Parc Monceau: Biegt man morgens in den piekfeinen Parc Monceau ein, hindurch zwischen piekfeinen Häusern, Anwesen, Autos und Menschen, trifft man verlässlich auf viele Gleichgesinnte. Der Park ist wunderschön und weit und breit das einzige Grün, die einfache, flache Sandstrecke ist immer dementsprechend immer gut besucht. Sie ist leider etwas kurz, aber man kann ja auch mal durch Kreuz-und-Querlaufen für Abwechslung sorgen.

Parc Monceau

Marsfelder/ Eiffelturm: Läuft man auf den Marsfeldern gerade nicht in Richtung des Eiffelturms, möchte man am liebsten rückwärts laufen, um ihn ja nie aus den Augen zu verlieren. Einfach magisch, finde ich. Hier einmal zu laufen, gehört für mich zu den ganz besonderen Erlebnissen auf Reise. Die einfache, flache Strecke verläuft meist auf Sand, manchmal ist etwas Asphalt zu überqueren. Man sollte hier unbedingt morgens aufkreuzen, dann ist man noch recht allein. Die Runde kann nach Belieben verlängert und verkürzt werden, sein Ziel verliert man dabei nie aus den Augen.

Marsfelder, Eiffelturm

Invalidendom: In der Nähe des Eiffelturms gibt es mit dem Invalidendom ein weiteres zentrales Gebäude, das mit grünen Wegen und Alleen, die auf den Dom zulaufen, zum Darum-herum- Joggen einlädt.

Rund um den Invalidendom

Man ist abwechselnd auf den sandigen Alleen oder asphaltierten Bürgersteigen unterwegs – was man früh tun sollte, sonst ist der Berufsverkehrs in der Nähe des Seine-Ufers zu dicht.

Jardin du Luxembourg: Der Garten rund um das feudale Palais im 6. Arrondissement ist zum Glück ab dem Frühjahr schon früh morgens geöffnet. Hier kann man seine Runden jedes Mal anders verlaufen lassen, ist einem der hübsch begrünte Park zu klein, kann man auf der Allee unterhalb des Parks noch etwas verlängern. Auch hier läuft man völlig ebenerdig und zumeist auf hartem Sand. Etwas gemein ist die geringe Zahl an Eingängen zum Park, also nicht gleich verzagen.

Auf den Inseln in der Seine: Ich kann nur davon abraten, entlang der Seine zu laufen. Auch wenn die Aussicht auf atemberaubende Aussichten verlockend ist: Es geht nur über Bürgersteige, viele Ampeln, teilweise Kopfsteinpflaster etc. Vor allen Dingen am „Festland“ läuft man immer direkt neben dem dichten Uferverkehr. Das stinkt gewaltig und ist nicht wirlich erholsam. Außer zu aller Herrgottsfrüh ist es hier sowieso definitiv immer viel zu voll.

Im Morgendunkel entlang der Seine

Viaduc des Arts: Auf dem alten Bahndamm von Bastille nach Vincennes entlang läuft es sich recht hübsch im 12. Arrondissement im Westen der Stadt. Der vordere Teil der Streck (von der Place de la Bastille aus gesehen) ist etwas nervig, weil es eindeutig zum Spazieren ausgelegt ist. Es gilt einige Blumentöpfe und andere Hindernisse zu umrunden! Je weiter man nach Osten kommt, desto besser wird es aber, und irgendwann wird daraus auch eine richtige Laufstrecke, auf der man theoretisch immer weiter laufen könnte – bis in den Wald von Vincennes. Aber man muss ja irgendwann kehrt machen und wieder nach Hause. Der Untergrund ist hier Asphalt oder neuerer Pflasterstein.

Canal Saint-Martin: Entlang des Kanals kann man fast unendlich weit laufen: In der Mitte liegt der Kanal offen, weiter unten läuft man auf dem Kanal unter Bäumen und oben kann man noch das Bassin de la Vilette umrunden, je nachdem wo man einsteigt, findet sich immer die richtige Länge. Die Strecke ist zwar (bis auf den unteren Teil) nicht sonderlich grün und auch nicht sehr abwechslungsreich, dafür aber besonders parisisch: Laufend muss man kleine Brücken über- oder unterqueren, man kann den Bürgersteig manchmal verlassen und direkt unten am Wasser entlang, mann muss unter der U-Bahn hindurch, und wenn man Glück hat, trifft man auf die Feuerwehr beim Morgenapell.

Gelaufen bin ich überall morgens gegen 7h.

Eine Übersicht über die Lage aller beschriebenen Strecken findet sich hier bei Google maps.

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Now playing: Supergrass – Run
via FoxyTunes

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6 Responses to “Laufstrecken in Paris”


  1. 1 Hans Pertsch Mittwoch, 2. April 2008 um 11:24 pm

    Klasse Zusammenstellung

    Gruß Hans Pertsch

  2. 2 Catherine Mittwoch, 14. Mai 2008 um 7:33 pm

    Das nenn ich mal eine hilfreiche Info. Bin seit 5 Tagen in Paris und bin bis jetzt jeden Morgen die holprigen Bachsteinpflaster der SEine entlang gerannt. Endlich und tatsächlich es gibt also Alternativen. Bravo und Dank!
    Catherine

  3. 3 Catherine Mittwoch, 14. Mai 2008 um 7:35 pm

    Andere Frage. Da ich noch 18 Monate hier sein werde und der Sommer mit den heissen Temperaturen näher und näher kommt. WEiss jemand ob es irgendwo einen See oder Fluss (nebst der Seine die es einem ja kaum erlaubt einen Fuss abzukühlen, so schmutzig ist sie)gibt, wo man am Wochenende mal etwas baden und relaxen kann?

    vielen Dank… hoffe dass ich auch bald mal ein paar nützliche Inputs zu Paris liefern kann 🙂

    Catherine

  4. 4 Jan-Peter Munk Freitag, 7. Januar 2011 um 10:30 am

    Das ist wirklich eine prima Zusammenstellung – gleichmal ’n Lesezeichen drauf… Danke!


  1. 1 Eine Laufbahn - Seite 53 - Laufen: Laufforum.de Trackback zu Donnerstag, 14. Juni 2012 um 9:48 pm
  2. 2 Selbst ein Weg von 1000Meilen beginnt mit dem 1. Schritt - Seite 314 - Laufen: Laufforum.de Trackback zu Freitag, 5. Oktober 2012 um 10:05 pm

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