Wie ich eines Tages aus Versehen eine Rockband fotografierte

… und wie es alles herauskam – dabei handelt es sich nunmehr unangefochten um die unglaublichste Geschichte, die mir bisher in meinem Leben passiert ist.

Letzten Oktober waren wir in New York. Als wir da so durch Williamsburg zogen, saßen wir irgendwann in der Sonne, und ich begann, Leute zu fotografieren, die an uns vorbeigingen. Mal in die eine Richtung, mal in die andere. Wahllos. Irgendwen. So auch diese drei Typen, die uns so derbe lässig erschienen, dass es quietschte. Das Foto hieß bei uns seither nur noch die Band. Irgendwann vor ein paar Monaten entschlossen wir uns schließlich, das Foto groß auf Leinwand ziehen zu lassen, und so hängt es nun prominent an unserer Wohnzimmerwand, und alle, die fragen, wer das sei, erhielten bisher die Antwort „Keine Ahnung, so drei Typen in New York“.

Vorgestern änderte sich das. Wir gingen auf das Konzert von Rogue Wave ins Knust. Es waren nicht bombenviele Leute dort, aber auch nicht wenige, man konnte sich gut bewegen. Nach dem ersten Lied ging ich nach vorne, um einen besseren Blick auf die Band zu werfen, und gleich nach zwei, drei Sekunden wurde ich ganz tatterig, denn den Drummer, verdammt, den hatte ich doch schon einmal irgendwo gesehen… Ziemlich schnell waren wir uns einig, das sei der Typ von unserem Foto. Kann doch nicht sein! Während die Band dann so spielte, und das machte sie gut, mit fortlaufender Dauer immer besser, was auch die Mehrzahl der Gäste so empfand, dachte ich irgendwann, Moment, diesen Typen da rechts, den kenn‘ ich doch auch. Verflucht will ich sein, aber auch den Keyboarder – wuhah! Das kann nicht sein, nein, unmöglich.

Wir konnten das Ende des Konzerts also ausnahmsweise gar nicht abwarten, um im Anschluss nervös unsere unter Umständen dämlichste Frage überhaupt loszuwerden: Ward ihr letztes Jahr im Oktober in New York? Die Wahrscheinlichkeit, für einen irren Volltrottel gehalten zu werden, ist 3.333x größer als die, es nicht zu sein.

Tja, das Ende der Geschichte ist: Sie sind es. Wie sich herausstellte, hatten sie damals ein Konzert in Brooklyn gegeben, waren gerade einen Kaffee trinken und schlichen grisgrämig durch den Tag. Und nun, mehr als ein halbes Jahr später: Wir lagen uns buchstäblich lachend in den Armen (sehr nette Leute), wir kichern eigentlich immer noch.

Unglaublich. Im Sinne von nicht zu glauben. Das Leben ist so ein lustiges Kerlchen. Unfassbar.

Rock on.

Gäbe es noch das Foxytunes Plugin, könnte man hier nun “Missed” von Rogue Wave hören.
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2 Responses to “Wie ich eines Tages aus Versehen eine Rockband fotografierte”


  1. 1 buchstaeblich Dienstag, 20. Mai 2008 um 7:50 pm

    buchstäblich lachend – bin ich auch öfters! :-))
    Aber die Geschichte ist wirklich toll.

  2. 2 Jule Samstag, 18. Oktober 2008 um 7:07 pm

    Das ist ja der Hammer. So eine Geschichte will ich auch mal erleben. Herrlich.


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