Wo fing das an, was ist passiert?

In der Zwischenzeit ist jede Menge passiert. Massig.

Allen voran: Massig Schnee. Der letzte Haufen auf dem Großneumarkt ist gerade erst weg- und dann ist schon Ostern!

Ich lese gerade den zweiten Teil der Millenium- Trilogie von Stieg Larsson (bin fast durch) – mal ein ganz neues Erlebnis, so eine Bestseller- Geschichte, aber ganz schön gut: Fesselnd und sehr, sehr lesbar, so wie ein sehr anregendes Gespräch mit einem wortgewandten, interessanten Menschen vielleicht. Oder wie ein toller Hollywood- Fetzer: Wird niemandens Leben verändern oder irgendwie beeinflussen, ist aber verdammt gut gemachte Unterhaltung.

Im Fernsehen gab es einen guten Film (Der Vater meiner Schwester) mit einer hinreißenden Katharina Schüttler und einem verdammt guten Christian Berkel.

Im Kino gab es auch einen guten Film: New York, I love you. Ok, ich gebe zu, dass ich den Film auch ohne Ton und Handlung gut gefunden hätte, aber ich fand ihn wirklich gut. Schön auch, dass ich mangels Vorbereitung gerade mal wusste, dass es sich um einen Episodenfilm handelt, keine Ahnung hatte ich von all den prächtigen Schauspielern und Regisseuren, die mitwirkten. So war ich arg positiv überrascht – zugegen habe ich mich am meißten über die gelungene Anmachperformancegeschichte mit Ethan Hawke gefreut. Sehr hübsch.

Ebenfalls sehr hübsch: Das Hotel Neuklostersee zeigte sich als wirklich sehr gut geeignet für eine romantischer Flucht übers Wochenende.

Swell Season’s Frontmann Glenn Hansard zeigte sich beim Konzert im Kampnagel als waschechte Rampensau.

Lena Meyer-Landrut hat mich dazu gebracht, freudig animiert vor dem Fernseher zu zappeln und das erste Mal in meinem Leben für irgendetwas im Fernsehen abzustimmen.

Ich war nicht beim Konzert von der Woody Allen Jazzband im Schauspielhaus, auch wenn es voraussichtlich die erste und letzte Gelegenheit in meinem Leben war, meinen Gott des Films, des Humors und der Alltagsphilosophie zu treffen (ich sah es einfach nicht ein, an die 100€ zu zahlen – hätte sich dann wohl auch nicht so richtig gelohnt). Immerhin: Dank der Videokamera, die irgendein Lokalreporter von der Bild dem Herrn Allen in die U-Hose gepackt hat, wissen wir jetzt, dass er eine stählerne Kreditkarte hat. Und auch, dass ich ihn noch viel näher als gedacht direkt um die Ecke im Restaurant hätte treffen können. Merde.

Tja, und. Der. H.S.V.

Meine Fresse. Was war das toll:
7. Spieltag: Tabellenführer.  10. Spieltag: Immernoch punktgleich mit dem Tabellenführer (3:3 in Schalke!) – und dann ging’s los: die 2:3 Heimniederlage gegen Gladbach war so armselig, dass wir im Bus auf der Rückfahrt zwar alle davon geredet haben, dass es nunmal irgendwann halt passieren musste und so weiter, aber tief innen drin habe ich mich gefürchtet vor dem, was nun kommen würde, denn der Auftritt war wirklich so monstergrottig, dass mir Angst und Bange war. Beim darauffolgenden Heimspiel sah ich meine Angst bestätigt: 0-1 gegen Bochum, nochmal deutlich mieser als gegen Gladbach. Dazwischen Remis in Hannover, dann eines gegen Mainz, dann eines gegen Hoffenheim – Stillstand.

Dann ein Lebenszeichen gegen seinerzeit unterirdische Nürnberger und schließlich Hinserienabschlussparty gegen Werder. Wiese mit langer U-Hose und all das, hach, was waren wir glücklich und versöhnt. Alle vergaßen alles – ich auch, und wir verabschiedeten uns in den längsten Winter aller Zeiten (s.o.).

Die Rückserie geht standesgemäß los, wenn auch nicht überragend: 2-0 gegen Freiburg. Doch dann: Dann kam der Genickbruch: null eins in Dortmund. Seitdem gab es kein vernünftiges Spiel mehr – kein wichtiges Ligaspiel gegen gute Gegner wurde chancenreich gestaltet – der Sieg in Stuttgart lieferte zwar mit dem göttlichen VdV eine der schönen Märchenstunden des Ligajahres, aber sonst: Dunkeltuten.

Sicher, durch die überaus spannenden Europapokalerfolge wurden wir alle über Wasser gehalten, und vielleicht reicht das ja auch für eine Saison (wenn denn am Ende mal was zählbares herauskommt, auf jeden Fall), aber aber aber.

Was ist also passiert? Was die Mannschaft angeht: Es fehlt zum einen erbärmlich auffällig am Siegeswillen. Außer dem Jaro, Rost und VdV ist im Moment keiner auf dem Platz, dem ich ansehe, dass es für ihn nichts schlimmeres geben könnte als ausgerechnet dieses Spiel hier heute zu verlieren. Zweitens: Was ist mit Elia und dem Zé passiert? Wie kann das denn sein, dass zwei der besten Spieler der ganzen Liga aus der Vorrunde so dermaßen einbrechen? Woran liegt das? Ja, Verletzung und so weiter, aber bitte! Gerade beim Zé bin ich schwer enttäuscht: Dem sieht man förmlich an, dass er gerade (seit Wochen) keinen Bock hat. Keinen Bock, sich so richtig anzustrengen, den Ball so richtig fest am Fuß kleben zu lassen und so richtig durchsetzungsfähig zu sein. Er war in der Hinrunde genau der Spieler, der dem HSV immer gefehlt hatte, nämlich der, der die Spiele auf jeden Fall immer gewinnen wollte, dem es nicht reichte, in Frankfurt unmotiviert unentschieden zu spielen, sondern der dann halt die Murmel nahm und einmal wie ein warmes Messer durch die gegnerische Abwehrbutter glitt, um ein Spiel doch noch zu seinen Gunsten zu gestalten. Tja, und genau da sind wir wieder: So jemand fehlt dem HSV total.

Tja, und dann habe ich mal eben geschaut, ob es da beim Trainer Ähnlichkeiten gibt. Leverkusen letzten Jahr – genau dasselbe: Totaler Einbruch nach dem 14. Spieltag. Bis auf ein paar Punkte gegen deutlich schlechtere Teams: nix mehr. Fiel lange nicht auf, weil in der Rückrunde in der letzten Saison ja wirklich alles drunter und drüber ging (Hertha war nach 25. Spieltag noch Tabellenführer!), letztlich reichte aber die spielerische und die Punktebilanz am Ende nur noch zum Mittelfeld.

Puh, blüht uns dieses Jahr dasselbe? Ich hoffe nicht, ich hoffe so sehr, dass nicht. Am Donnerstag werden wir sehen, ob da noch Leben drin ist. Darum geht es jetzt. Berg kann was. Torun kann was. Die großen sowieso, ich glaube, dass da jederzeit viel mehr drin ist, und jetzt muss der Bruno das da wieder rausholen. Ich gehe ins Stadion und mir wieder die Seele aus dem Leib schreien, und am Sonntag auch. Abgerechnet wird am Schluss. Und überhaupt… NUR DER HSV.

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Now playing: Numbers – I Want To Believe
via FoxyTunes

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