The West Wing

Ein Virus hat uns heimgesucht. Der Virus heißt The West Wing.

Ich wusste gar nichts über die Serie, als eine Freundin uns vor unserem letzten Urlaub die erste Staffel in die Hand drückte. Noch nichtmal hatte ich mitbekommen, dass das vor fünf Jahren schnell gescheiterte Kanzleramt eine Anlehnung hieran war. Außer der ausdrücklichen Empfehlung und dem Hinweis unserer Freundin Achtung, macht sehr schnell sehr süchtig gingen wir zu Werke. Also legten wir unbedarft los, doch schon nach der ersten Folge fragten wir uns begeistert: Hoppla, was war das denn? Man wird so brutal in die Geschichte reingestoßen, dass es glatt drei Folgen dauert, bis man auch nur halbwegs verstanden hat, wer hier wer ist, und um was es eigentlich die ganze Zeit geht (wie die Politik im Oval Office gemacht wird), bis heute helfen mir die Untertitel, immerhin 80% zu verstehen, mehr definitv nicht, aber man merkt sofort: das ist gut, wirklich richtig gut.

Wieso ist es so gut? The West Wing ist reichhaltig, sehr schnell, man ist beschäftigt, es ist schlau, die Rollen sind aberwitzig schlau, ohne einem dabei auf die Nerven zu gehen, es ist witzig, richtig witzig, es ist spannend, es ist nur gaanz selten kurz romantisch, aber auch das kommt vor, die Schauspieler sind großartig, es ist ganz unamerikanisch-wenig-pathetisch, es ist zeitlos (am Anfang wunderte ich mich zwar über die etwas überholten Klamotten der Figuren, merkte aber ansonsten nicht, dass das Produkt schon zehn Jahre auf dem Buckel hat), und es ist lehrreich. Lehrreich, was die Funktionsweise von Politik angeht (wir sind jetzt mitten in Staffel zwei, und erstaunlicherweise tauchte noch nicht ein einziger Minister für irgendwas auf, sondern andauernd beraten die Angestellten des Präsidenten), lehrreich, was den Umgang von mächtigen Menschen untereinander angeht, lehrreich, was Führung und Zusammenarbeit angeht, lehrreich, was Macht mit Menschen anrichtet, lehrreich, was Verantwortung bedeuten kann, lehrreich, lehrreich, lehrreich.

Und C.J. ist die Größte!

Und es färbt ab: Ich habe schon zwei Mal Kollegen bei der Arbeit behandelt wie Leo immer mit Josh umgeht, ich habe mir aufgeschrieben, dass ich meinen Chef beraten muss und nicht darauf warten darf, dass er mich instruiert, ich habe neulich zwei Menschen getroffen, die aus dem West Wing gehüpft sind: Danny, der Reporter der Washington Post, und Sam Seaborn saßen mir gegenüber, und ich hätte sie fast mit Danny und Sam angesprochen.

Die Tatsache, dass wir noch fünfeinhalb Staffeln vor uns haben, macht mich ein wenig fertig. Aber dann freue ich mich auch, weil ich totales Vertrauen habe in Aaron Sorkin. Wieso wollte niemand den West Wing in Deutschland zeigen?

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Now playing: Why? – These Few Presidents
via FoxyTunes

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  • summer in germany Sonntag, 8. Oktober 2017
    in june we went to germany to spent a substantial part of the summer with family and friends. lukas was off to an early start because he had work in wolfsburg. the weekend without my family lukas used for a short stint to mallorca where i visited mike and tatzi – what a great way […]
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