The Divine Comedy – Bang goes the Knighthood

Ich finde das neue Album nur ganz gut, vielleicht nach einigem weiteren Höhren doch noch demnächst gut. Das ist eine negative Sensation für mich.

Die Lieder, die ich auf der neuen Platte gut finde, ähneln denjenigen, die ich auf den alten Platten gut fand, sehr:
Bang goes the Knighthood selber, When a Man Cries z.B. Diejenigen, die ich nur so lala finde, plätschern mir viel zu harmlos daher: At the Indie Disco, The complete Banker, Neapolitan Girl z.B.
Diese eher belanglosen Popsongs gab es auch auf allen bisherigen Platten schon, aber sie waren die radiotauglichen Inseln in den ansonsten schwer pathetischen, emotional aufgeladenen, herzerweichend naiven Songs, den experimentellen Songs, den hübschen Gutelaunesongs oder was sich auch sonst immer tummelte. Ihre Belanglosigkeit tat gut und half, The Divine Comedy auch denjenigen schmackhaft zu machen, die nicht so sehr auf Pathos und Herzschmerz stehen wie ich. Musikalisch mag ich am meisten die Bonus Tracks: Amsterdam oder L’amour est bleu, hier spielt Hannon rum und macht auchmal was, was nicht im Radio laufen könnte.

Seit seinem letzten Album, Victory for the Comic Muse, hat Neil Hannon ein Album mit Thomas Walsh gemacht (The Duckworth Lewis Method, ein Album über Cricket, das mir als Cricket unwissendem weitgehend verschlossen blieb) und die Musik zu einem Musical geschrieben (Swallows & Amazons). Man merkt, dass die Arbeit an „Bang“ unterbrochen wurde durch das Projekt „Duckworth“. Man merkt leider sehr, dass hier kein Album entstanden ist im Sinne von Songs, die alle mehr oder weniger einer Idee untergeordnet sind (ich meine kein Konzeptalbum), oder die in einer bestimmten Lebenssituation oder Stimmung entstanden sind. Hier finden sich einfach eine ausreichende Anzahl von Songs, die zusammen ein Album ergeben. Irgendwie fehlt das Blut. No guts. Das finde ich schade (mehr dazu von Neil Hannon selber in einem Interview auf Youtube).

Ich bin ein riesiger Fan von Neil Hannon und seiner Band The Divine Comedy. Ich halte Neil Hannon für einen der charismatischten Musikmacher, die es aktuell gibt, und ich staune über die Kontinuität, mit der er seit inzwischen zwanzig Jahren Alben veröffentlich. Ich mag Neil Hannon, ich wette, er ist ein lustiger, eigenwilliger und schnoddriger Typ, mit dem ich sehr gerne sehr gut befreundet werde. Wieso?

Ich werde im Oktober zum Konzert gehen, aber dieses Mal hoffe ich, dass er nicht so viel Zeug von dem neuen Album spielt – etwas, das ich sonst total albern finde.

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Now playing: The Divine Comedy – When A Man Cries
via FoxyTunes

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  • summer in germany Sonntag, 8. Oktober 2017
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