In einer besseren Welt

Das schlimmste am neuen Film von Susanne Bier ist mal wieder der deutsche Titel. In dem Film geht es um Rache, um Vergeltung, um den Umgang mit Hassgefühlen, und darum, dass es verschiedene Wege gibt, damit umzugehen, und darum, dass das alles, Liebe, Trauer, Wut, Verzweiflung, Vergebung, das alles Platz hat unter einem die ganze Welt umspannenden Himmel. Und darum heißt der Film im Original auch Rache.

Seit Open Hearts suche ich nach einem bewegenderen Film, das ist bisher nicht gelungen, aber immerhin: Susanne Bier kommt sich selbst stets nahe. Es ist bedrückend, zu sehen, wieviele Facetten das Unglück haben kann, dass es nicht Halt macht vor Kindern, vor dem guten Willen, vor nichts, aber der Film lastet einem nicht auf den Schultern, und er schwingt keinen Zeigefinger. Es ist einfach wie es ist, scheint der Film fortlaufend zu sagen. Es ist einfach wie es ist, scheint das Gesicht des großartigen Mikael Persbrandt ununterbrochen zu sagen: Ich liebe Euch, wenn er seine Söhne anblickt, Ich vermisse Dich, wenn er mit seiner Frau telefoniert, von der er getrennt ist, Ich ertrage es, wenn er ein Leben nicht retten kann.

Neben den gewohnt berührenden zwischenmenschlichen Momenten wartet der Film mit ausgesprochen hübschen Bildern auf: Die Farben in der Keniatischen Wüste sind klar und voller Ausdruck, obwohl ständig der Staub weht, die Felder und das Wasser auf Langeland strahlen um die Wette (muss ich auch mal hin).

„In einer besseren Welt“ – wer denkt sich so einen bescheuerten Titel aus?

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  • second half of 2017 Mittwoch, 30. Mai 2018
    after returning from germany, summer hit us full force in DC. we try to make it to the pool almost every day and soak up the sun. in august, we desperately wanted to see a beach again. so we took a day trip to beverly triton state park (about 1 hour drive from DC). its […]
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