Archive for the 'Meine Bücher' Category

Eugène Sue: Die Geheimnisse von Paris

Boah, immer diese langen Pausen.

Im Moment fräse ich mich durch einige liegen gebliebene Ausgaben von 11 Freunde und fange immer wieder das neue Buch an. Ich brauche noch eine Weile, denn ich habe Die Geheimnisse von Paris gelesen.

Ich war monatelang ganz gefesselt, eingenommen von der Sprache, den Personen, den Schauplätzen und den Verstrickungen der Erzählpfade. Man muss sicher eine Freude an der blumigen Sprache haben, um die über tausend Seiten durchzuackern, keine Furcht vor Pathos und erhobenen Zeigefingern, und Spaß an ineinander verkeilten Geschichten in der Geschichte in der Geschichte. Man darf keine Angst haben vor unglaublichen Zufällen und geradezu unglaubwürdigen Wendungen und Entwicklungen in einer Geschichte, und man muss sich einlassen können auf einen Hauptdarsteller und Personen, die zu gut für die Welt und solchen, die schlicht böse sind. Wenn einem irgendwas davon auf die Nerven geht oder man keine echte Freude daran entwickeln kann, dann Finger weg von diesem Werk.

Wenn man jedoch Lust aus so etwas beziehen kann und keine Scheu vor dem Lesen eines so langen Buches (muss man ja auch wollen), dann los, Leute, nur zu! Am Ende hat man das tolle Gefühl, richtig was geschafft zu haben, richtig was erlebt zu haben, richtig was gelernt zu haben. Geschichtsstunde, Märchen, Abenteuerroman, Schmachtfetzen, alles in einem.

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The Big Short von Michael Lewis

Erstes Buch, das in diesem Jahr verzehrt wurde, gleich was feines: The Big Short von Michael Lewis.

Das Buch handelt von einigen der Menschen und vielen der Maschen, die dazu führten, dass 2008 einmal das halbe Finanzsystem der USA hops ging. Das tut es in erfreulich unterhaltsamer Weise: Detailreich (meist schafft man es so gerade eben noch, zu folgen), lustig und gut geschrieben. Herr Lewis ist Wirtschaftsjournalist, der mit Hingabe dem Treiben nachgeht, das sich mit wenigen Worten aus dem Buch zusammenfassen lässt: Verleihehn Sie kein Geld an Menschen, von denen man weiß, dass sie in keinster Weise in der Lage sein werden, jemals etwas davon zurückzuzahlen.

Wem die spannenden Einblicke in die unerträglichen Realitäten der Amerikanischen Finanzinstitute und deren Geschäftsgebaren sowie die nicht minder reizvollen Portraits einiger Protagonisten des Niedergangs nicht als Gründe reichen, sich das umfassende Werk reinzuziehen, dem sei folgende kabarettistische Zusammenfassung des Vorgangs empfohlen:

Alles in allem hat man hinterher das gute Gefühl, etwas mehr über die Welt und ihre Untiefen zu wissen und das sehr schlechte Gefühlt, dass einige Menschen mit sehr, sehr, sehr viel Geld hantieren und deswegen noch lange nicht vor sowas simplem wie Irrtum und Ahnungslosigkeit gefeit sind. Und eins wird bei aller Liebe klar: Wo mit so abartig großen Summen gehandelt wird, muss einer draufgucken, der nicht selbst davon profitiert. Und ein wenig Ahnung sollte er auch haben.

Also: In den nächsten Tagen noch nichts vor? Lesen Sie dieses Buch.

Danny Wallace – Awkward Situations for Men

Long time no bloggin‘.

‚N’abend allerseits. Zuletzt wurde viel erlebt und gemacht und getan, aber ich hatte keinen Bock auf Bloggen. Das ist so ein bisschen wie mit dem Laufengehen: Erst schafft man es drei Tage nicht, dann sind es zwei Wochen, und schwupp: hat man keinen Bock mehr und kommt plötzlich nicht mehr rein. Und wenn man dann wieder trifft, so wie der Gomez, dann läuft’s auch wieder. Wiedemauchsei.

Letztes Buch, das durch meine Hände ging, war o.g. Werk von Herrn Wallace. Darin werden so unbedeutende wie langweilige Fragen behandelt wie: How do you walk behind a woman you don’t know at night? What do you do if you’ve said goodbye, but then both walk off in the same direction? Or if you’re caught cheating on your hairdresser? Or when you spot someone purposely not taking your call? Die Antwort lautet immer: Well, if you’re Danny Wallace, you feel all awkward.

Das wird in Kurzgeschichten erzählt, bzw. in Kolumnen, die wohl mehrheitlich im Shortlist Magazine erschienen sind, und ist leider nur bisweilen lustig, irgendwann jedoch beliebig und vorhersehbar. My kid could do that. Glaub ich.

Um nach einigen Fehlgriffen als nächstes erstmal wieder ein sicheres Ding zu landen, griff ich gestern zu Anne Tylers Saint Maybe.

ps. Mist: Foxytunes steht für FF noch nicht zur Verfügung. Höre gerade einen Mix von Passion Pit’s Little Secrets. So 80er.

Haruki Murakami – Nach dem Beben

Ich konnte nicht anders. Von all den Dutzenden ungelesener Bücher musste nun dieses hier ran. Es handelt sich um eine Sammlung von Erzählungen von unserem Lieblingsjapaner aus dem Jahre 2003, bzw. 2000 im Original. Das Beben, auf das hier alle Geschichten direkt oder (meißt) indirekt verweisen, ist das von Kobe.

Murakami liefert auch vor diesem traurigen Hintergrund alles, was ich an ihm so mag: Melancholische, versponnene, absurde und amüsante Erzählungen aus einer Welt voller Liebe, Urbanität, und Musik. Mal rettet Frosch die Stadt, mal blüht eine alte Freundschaft zärtlich und zögerlich als Liebe auf, die durch eine Eruption am anderen Ende des Landes wachgeküsst werden muss. Mal geht einfach einer tagelang nicht vor die Tür, hört Jazz und trinkt Bier. Und wir schauen ihm über die Schulter und freuen uns an der Wahl der Betrachtungswinkel, an der Wahl der Worte und an der Wahl der Songs.

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Now playing: Trent Reznor, Atticus Ross – A Familiar Taste
via FoxyTunes

Juan Moreno – Von mir aus

Lag ganz bescheiden und unaufdringlich in meinem Regal seitdem ich es vor anderthalb Jahren zu Weihnachten bekommen habe, jetzt hab ich es gelesen mich sehr gefreut:

Bücher, auf deren Rücken sowas steht wie „knusprig, locker fröhlich wie eine Schachtel Pralinen“ oder so, sollte man unbedingt erst dann lesen, wenn das Hirn nichts anderes mehr verarbeiten kann, aber auch dann sollten sie auch wirklich in der Lage sein, einen zu unterhalten, vielleicht sogar zu kitzeln oder zu fordern.

Moreno (nicht Jean Reno, nicht der Fußballer, sondern der Kolumnist, der jetzt wohl hauptsächlich beim Spiegel tätig ist) hat das spielend geschafft. Der sehr deutsche Spanier schreibt über sehr deutsche Themen aus Blickwinkel eines Spaniers bzw. irgendeines Ausländers, stets ironisch, und kann sich, was gut ist, gleich doppelt über seine Landsmänner lustig machen: Die Deutschen und die anderen.

1a zum Einschlafen. So wie so kleine Pralinen, bloß ohne Zähneputzen.


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  • summer in germany Sonntag, 8. Oktober 2017
    in june we went to germany to spent a substantial part of the summer with family and friends. lukas was off to an early start because he had work in wolfsburg. the weekend without my family lukas used for a short stint to mallorca where i visited mike and tatzi – what a great way […]
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