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Divine Fits – A Thing Called Divine Fits

Neulich in München gewesen, und endlich war es da mal gut, einfach nur gut.

Das lag sicher auch am Wetter und an der Gegend, in der wir uns bewegten, und an den lustigen Zufällen und Begegnungen, die sich ergaben, das lag aber auch an dem tollen Besuch beim tollen Plattenladen Optimal. Dort fand ich neben den zwei Pflichtverpflichtungen, die ich auf der Liste hatte, gleich drei weitere wunderbare Platten, von deren Existenz noch gar nichts ahnte.

Die will ich nun mal hier der Reihe nach abarbeiten, den Anfang machen Divine Fits.

Auf Spiegel Online ist dazu eigentlich alles gesagt, ich kann mich dem Lob und der Einordnung voll und ganz anschließen. Meine Ergänzungen: Ich finde, dass man einigen Songs recht deutlich anhört, dass der Sänger von Wolf Parade einen Spoon-Song singt oder andersherum, aber ich könnte mir kaum was schöneres vorstellen und finde das überhaupt nicht doof. Es macht halt Wolf Parade etwas rockiger und Spoon etwas poppiger (was ganz in Tradition des letzten Wolf Parade-Albums viel Synthesizer heißt), besser gelaunt. Herausgekommen ist ein zeitgemäßes Rock-Pop-Album, das man wunderbar bei einer Wanderung durch München hören kann. Oder auf der Autobahn oder auf der Zugfahrt durch Spessart und Röhn nach Hause.
Mein Höhepunkt ist das ziemlich hypnotische „The Salton Sea“.

Hat zwar nicht so viel Hitqualität wie „My love is real“, kommt dafür umso geiler auf Kopfhörern im Tunnel.

Ich mag Wolf Parade, ich liebe Spoon, ich mache ziemlich viel, um via Internet musikalisch auf dem Laufenden zu bleiben, und doch passiert so ein schöner Zufall. Mensch München, gar nicht so schlecht!

Charles Montgomery Burns trinkt immer Kaffee am Großneumarkt

Ich wartete lange auf die Gelegenheit, es festzuhalten:

Charles Montgomery Burns

Neulich am Großneumarkt

Charles Montgomery Burns

Neulich in Springfield

…aber endlich lief mir der äußerst scheue Herr Burns vor die Linse, seineszeichens skrupelloser, wohlhabender AKW-Betreiber.

Wasserkunst Kaltehofe

Ist schon ein paar Tage her, dass wir dort waren, aber muss hier noch mal her:

Wasserkunst Kaltehofe   Wasserkunst Kaltehofe  Café in der Wasserkunst Kaltehofe

Wasserkunst Kaltehofe

Die Wasserkunst in Kaltehofe ist eine Reise wert: Unbekannte Ecken Hamburgs aufsuchen, unbekannte Technik bestaunen, unbekannte Vögel beobachten, Spazierengehen, übern Deich klettern oder Kaffee trinken.

Alles gute Gründe, um dort einfach mal hinzuradeln.

The Beginning after the End, oder: Kater wegen van der Vaart

Ich habe Gefühlskater wegen van der Vaart. Seit heute vormittag habe ich versucht, alles davon mitzubekommen, was ging: Ticker, Blogs, Radio, Pressekonferenz. Ich hab mich jetzt ganz wund wohlgefühlt, bin ganz erschöpft.

Sowas schönes nochmal mitzuerleben… Endlich, es tut einfach nur gut.

Vielen Dank schon jetzt an alle Beteiligten für diesen Tag, an dem noch nicht mal Fußball gespielt wurde.

Niemand erwartet Gott, aber jeder hat die Hoffnung darauf, dass nun Spaß und Freude am Spiel des HSV zurückkehr, die so lange weg waren.

So fühlte ich mich, als er ging.

Supercup

Kann dann auch wieder weg:

Der Supercup in all seinen nationalen und internationalen Ausprägungen. Will kein Mensch sehen, noch nicht einmal die Siegerehrung. Ich bin wirklich Allesgucker, aber das guck ich nicht. Dient einzig der Briefkopfpflege und Geldverteilung. Sportlich mehr als zweifelhaft und v.a. auf nationaler Ebene vollkommen unnötig. Wird zudem zeitlich zu einem Zeitpunkts ausgespielt, der ihn fast lächerlich macht.

Leider ist Fußball eines der wenigen Güter, die nicht weniger wertvoll werden, wenn ihr Angebot steigt.

Weg damit, bitte.

HSV – FC Nürnberg 0:1

Auf dem Hinweg war dieses Kribbeln wieder da, diese kindliche Vorfreude auf eine neue Saison. Das naive Vertrauen darauf, dass alles besser werden würde. Die Zweifel waren natürlich nicht alle plötzlich weg. Sie versteckten sich kurz, als in der S-Bahn die ersten gleichgesinnten auftauchten und zumindest daher dieses warme Gefühl eines Wir entstand.

HSV-FCN 2012

Ich habe auch angefangen, über Fink nachzudenken, denn ich hatte den Eindruck, der HSV hätte auch nicht gewusst, wie zum Geier sie wohl ein Tor erzielen sollten, selbst wenn der Gegner für eine Minute stillgestanden hätte. Es war schon seltsam: In der Abwehr wurden gar nicht so große Fehler gemacht, nichts überragendes geleistet, aber das war auch nicht unbedingt nötig. Einzig Adler musste einige Male blitzschnell und abgebrüht hinlangen, das war sehenswert. Selbst Mancienne war nicht so übel. Bis er irgendwann anfing, Scheiße zu bauen. Und zwar tüchtig. Er produzierte plötzlich Fehlpässe, dass es einem den Atem verschlug.

Im Mittelfeld hatte man das Gefühl, jeder wollte bloß schnell nichts mehr mit irgendeiner Art Verantwortung zu tun haben. Als ich einmal dachte, der Skjelbred würde ja gar nicht so viele Fehler machen wie in der Vorsaison und halbwegs zufrieden war mit der Art, wie er einige Bälle abgrätschte, fiel mir auf, dass er der offensive Part war. Von ihm sollte das Hamburger Angriffsspiel gesteuert werden. Damit, soviel war schnell klar, war er dermaßen überfordert, dass es mir gar nicht als seine Aufgabe aufgefallen war.

Oder war das die Aufgabe von Sala? Von ihm fiel mir am meisten auf, wie schlecht er war. Er schien nicht nur überfordert mit den ihm übertragenen Aufgaben, er schien auf diese Überforderung auch zunehmend patzig zu reagieren. So als wollte er mit einer schmolligen Spielweise zum Ausdruck bringen, er könne aus irgendeinem Grund auch nichts dafür, dass hier nichts zusammenlief. Ich kenne sowas aus dem Büro. Diese Leute kapitulieren und werden patzig. Schlimm ist das. Schlimm für den Vorgesetzten und schlimm für alle Kollegen. So spielte und verhielt sich Sala. Wie ein überhebliches, patziges Kind. Und das im ersten Saisonspiel. Unfassbar.

Jansen machte seine Sache ein bisschen besser, ihm sah man von allen Feldspielern am ehesten an, dass er was reißen wollte. Dass er weiß, dass er über beschränkte Mittel verfügt, aber dafür umso mehr will. Das bringt bei ihm selten etwas spielentscheidendes, aber immerhin.

Vorne Son und Berg. Gruselig. Als wäre Fußball ein weitgehend körperloser Sport kippten sie bei jeder Art Gegenwehr um, ließen sich Abdrängen wie Fünftklässler auf dem Weg zum Kiosk – und Berg beschwerte sich auch noch die ganze Zeit. Er beschwerte sich glaube ich länger über nicht gegebene Freistöße als er aktiv am Offensivspiel des HSV beteiligt gewesen wäre. Gruselig.

Warum bringt Fink dann Tesche und nicht gleich Beister- hat niemand verstanden? Warum wusste niemand, was er tun sollte im Spiel nach vorne? Werden Jiracek und Badelj die Misstände beheben? Wenigstens die wesentlichsten?

Ich verliere eigentlich nie den Mut, an den HSV zu glauben, aber ich bin jetzt gerade ziemlich mutlos.
Ich weiß, dass irgendwann wieder bessere Zeiten kommen werden, aber momentan fehlt mir fast schon die Fantasie, mir auszumalen, wie der Weg in diese besseren Zeiten eigentlich aussehen könnte.

Tolle Perspektive nach dem ersten Spieltag.
Ich möchte sagen, dass ich mich nicht von irgendeinem negativen Umfeld negativ einstellen lasse. Ich bin seeliger Optimist und leidenschaftlicher Anfeuerer, egal was im Stadionbus an unflätigen Aussagen fällt (und es fallen Aussagen, gleich Reihenweise, die mich fragen lassen, was diese Menschen überhaupt beim HSV wollen – die reden, als wäre das ein unflätiger und nichtsnütziger Mitarbeiter, als hätten sie einen erbrechtlich verbrieften Anspruch auf Erfolg und Unterhaltung, diese Deppen); Ich hatte einfach in der Sommerpause das Spiel gegen Barcelona gesehen und war zum Schluss gekommen, dass spielerisch einfach nichts geht mit den Leuten, die da auf dem Platz standen. Das wurde im Spiel gegen Nürnberg noch einmal eindrücklich bewiesen. Nach dem Spiel wissen wir, dass wirklich alles (fast alles, Adler) besser werden muss.

Eugène Sue: Die Geheimnisse von Paris

Boah, immer diese langen Pausen.

Im Moment fräse ich mich durch einige liegen gebliebene Ausgaben von 11 Freunde und fange immer wieder das neue Buch an. Ich brauche noch eine Weile, denn ich habe Die Geheimnisse von Paris gelesen.

Ich war monatelang ganz gefesselt, eingenommen von der Sprache, den Personen, den Schauplätzen und den Verstrickungen der Erzählpfade. Man muss sicher eine Freude an der blumigen Sprache haben, um die über tausend Seiten durchzuackern, keine Furcht vor Pathos und erhobenen Zeigefingern, und Spaß an ineinander verkeilten Geschichten in der Geschichte in der Geschichte. Man darf keine Angst haben vor unglaublichen Zufällen und geradezu unglaubwürdigen Wendungen und Entwicklungen in einer Geschichte, und man muss sich einlassen können auf einen Hauptdarsteller und Personen, die zu gut für die Welt und solchen, die schlicht böse sind. Wenn einem irgendwas davon auf die Nerven geht oder man keine echte Freude daran entwickeln kann, dann Finger weg von diesem Werk.

Wenn man jedoch Lust aus so etwas beziehen kann und keine Scheu vor dem Lesen eines so langen Buches (muss man ja auch wollen), dann los, Leute, nur zu! Am Ende hat man das tolle Gefühl, richtig was geschafft zu haben, richtig was erlebt zu haben, richtig was gelernt zu haben. Geschichtsstunde, Märchen, Abenteuerroman, Schmachtfetzen, alles in einem.


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  • merry christmas Samstag, 24. Dezember 2016
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