Posts Tagged 'Hafencity'

Hafencity doch ganz geil so langsam

Inzwischen sind in der Hafencity mehrere Ufos gelandet und haben mehrere Menschen dort gelassen, die dort arbeiten, schlafen und abends rumhängen. Rumhängen fehlte bisher total, und die noch sehr wenigen Rumhänger machen es momentan zu einem hübsch abgefahrenen Erlebnis, abends zwischen den Ufos hindurch zu fahren und ein Eis zu essen.

Sollte man unbedingt mal machen, so lange der hübsche Magdeburger Hafen noch leer ist und keine Arkaden die hässlichen Stellen belegen und keine coole Markthalle die Menschen in größeren Mengen auch abends dorthin bewegt. Hat etwas von einem Besuch auf dem Expogelände am Abend vor der Eröffnung.

Ich höre gerade schon wieder Passion Pit, dieses Mal den Artwork Remix von To Kingdom Come, die passende Musik für die Radtour zu den Ufos.

Schönes Leben in der Speicherstadt

Am Samstag schauten wir ganz kurz im Restaurant Schönes Leben in der Speicherstadt vorbei. Der Laden befindet sich in einem Lagerhaus direkt hinterm Zollmuseum: Von außen an Schönheit kaum zu überbieten, bietet sich von innen leider ein Eindruck zeitgemäßer Beliebigkeit. Der haut einen nicht sofort zur Tür raus, im Gegenteil, man tritt ein und ist begeistert von dem üppigen Raum und ganz besonders von den massiven Holsstützen, die darin herumstehen und ein tolles Bild abgeben.

Schönes Leben Schönes Leben drinnen

Aber: Zu essen gibt es so ziemlich alles, was es halt so gibt, und die Möbel und die ganze Einrichtung entsprechen einfach nur aktuellem Standard und lassen individuelle Inspiration komplett vermissen. Meine Meinung. Alles ist so dekoriert und möbliert, als wäre man gemeinsam durch die Wäscherei gelaufen und hätte alles rausgeholt, was halt gerade jeder schön findet. Mal ehrlich: Warum stehen an den Bartischen am Fenster weiße und rote Kunststoffhocker? Das passt so gut in den Rahmen wie die Julio Iglesias CD, die mir fast den O-Saft im Halse stecken bleiben ließ.
Und wieso bitte werden neben Stoffen, Kerzen und Kaffee und dem ganzen Käse auch Kuscheltiere und Brillen (und zwar grauenvolle) verkauft? Was soll das?

Delay, das alte Weißbrot, hat mich einst gelehrt, man solle bei sich und anderen Menschen immer auf die Schuhe achten, dann wüsste man verlässlich, was geht. Bei einer Bar oder einem Restaurant sollte man meiner Meinung immer auf folgende zwei Dinge achten: Die Musik (ich wiederhole: Julio Iglesias) und die Dekoration der Toilette. Und die ist so hammerhart geschmacklos, dass ich alleine deswegen jedem den Besuch in der Speicherstadt empfehlen muss. Und leider nicht wegen der tollen Aussicht auf die Hafengemäuer und das schöne Sonnenlicht, das durch die riesigen Fenster fällt.

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Now playing: Stereo Total – Schön Von Hinten
via FoxyTunes

22@ in Barcelona

Das wirklich allertollste an Barcelona ist ja neben dem Raval, dem MACBA, der Santa Maria del Mar, dem Born, der Barceloneta, Barça, dem Eixample, Gràcia und dem Razzmatazz der Urbanisme. Der wurde nämlich in Barcelona geboren, und wird gehegt und gepflegt wie in keiner anderen Stadt, die ich kenne. Der Urbanisme ist korrekt übersetzt der Städtebau oder die Stadtentwicklung, in Barcelona jedoch ist es das Konzept, auf dem die Stadt beruht und nicht zur Ruhe kommt. Das Leben ist Veränderung. Wer in den letzten zwanzig Jahren mehr als ein Mal in Barcelona war, weiß wahrscheinlich, was ich meine.

Das Museum für Urbanisme ist das am häufigsten von mir überhaupt besuchte Museum aller Zeiten, die Internetseite für Urbanisme wird alle Nase lang nach Neuigkeiten durchsucht. Ich könnte stundenlang über die städtebaulichen Projekte in Barcelona lesen und reden, es herrscht niemals Stillstand. Manchmal habe ich das Gefühl, hier in Hamburg im Vergleich dazu in einer unheimlich fertigen Stadt zu wohnen: Um die Hafencity (deren Areal deutlich kleiner ist als das von 22@, s.u.) wird verständlich so viel Wind gemacht, weil es die einzige Möglichkeit seit langem und für lange Zeit sein wird für Hamburg, sich fortzuentwickeln.

Eines des großen Projekte in Barcelona trägt den etwas nervigen Namen 22@ und wird gerade mit erstem Leben gefüllt. In dem ollen Industriegebiet nordöstlich der Innenstadt (oder in Barcelonesischem Orientierungsgefühl: rechts unten), das Ewigkeiten leerstand und Ende des letzten Jahrtausend durch die Vollendung der Diagonal wachgeküsst wurde, ensteht mit 22@ ein riesiges Areal für Kulturschaffende, Start-Ups, Unternehmen aus den Bereichen Energie, Biologie, Telekommunikation und Medien und Universitäten mit den dazu passenden Einheiten. Natürlich wird das nicht alles nur schön und gut, sondern auch hässlich und böse. Aber es darf alles werden, es muss werden.

Poble Nou Richtung Port Olimpic Poble Nou Pere IV Poble Nou 22@

Die Menschen, die dort schon arbeiten oder in Zukunft werden, werden die Gegend schon kennen, denn hier befinden sich nicht nur das Razzmatazz, die beste Disco der Welt, sondern auch viele andere Bars und Clubs, After Hours undsoweiter, mit anderen Worten: Nach der Nacht kommt nun auch der Tag zurück ins Poble Nou.

Nicht weniger als acht Fakultäten verschiedener Universitäten werden hier demnächst einen Sitz haben (es werden ca. 30.000 Studenten erwartet, das muss man sich mal vorstellen). Der Campus für Kommunikation hat nun eröffnet, und ich wäre gerne vor Ort, um das Treiben zu beobachten.

Wer einmal in den letzten Jahren bei Tage durch die Gegend gefahren ist, hindurch zwischen neuen Straßenbahnlinien, uralten Fabrikgeländen voller Grafitti, nagelneuen Bürokomplexen, dem Meer und den Schornsteinen, der ahnt, welches Potenzial in dieser Stadt noch steckt. Und das ist nur eine der tausend Ecken, an denen gerade geschraubt und gebohrt, gebuddelt und gemacht und getan wird. Es ist fast schon unheimlich.

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Now playing: Saint Etienne – Urban Clearway
via FoxyTunes


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  • merry christmas Samstag, 24. Dezember 2016
    the festive season of the year has come and once again we are updating you with some headlines from the past months. what has happened in the meantime? august: while summer was still strong and the heat was blazing – what better way is there than to celebrate summer with a convertible? lukas old love […]
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