Posts Tagged 'Kroatien'

Ballonseide, ich don’t think so!

Man kann dem Kroaten ja vieles vorwerfen:

Dass er überall Flachbildschirme aufhängen muss, wo sich mehr als zwei Leute versammeln, dass er neue Hotels und Cafés ausschließlich im vermeintlich zeitgemäßen Lounge-Stil von 1996 einrichtet, dass er nur zu Autoscootermucke tanzen geht, und dass er auf kleine Unmutsgesten im Straßenverkehr ungemindert mit Komplettvermöbelung reagiert bspw.

Aber eines kann man ihm nicht vorwerfen: Dass er nicht bemüht wäre, seinen Beitrag zur Verschönerung des Straßenbildes beizutragen, indem er den Gästen einiger Restaurants verbietet, so aufzuschlagen, wie sie es am liebsten würden:

Kein Michi Ballack

Dasselbe in Irland, und das Land würde in eine ernsthafte Textilkrise gestürzt.

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Dolac, Zagreb

Ich mag Märkte. Ich mag es, in der Wintersonne fremde Städte zu erkunden. Heute war ich auf dem Dolac, einem großen Platz in der Altstadt von Zagreb und konnte somit beides genießen. Wahrlich so weit das Auge reicht bieten hier Männer und vor allem alte Frauen an, was die Natur her gibt (nicht nur die hiesige). Wer gerne den Menschen beim Handeln zuschaut und sich an alten Waagen und bunten Tischen erfreuen kann, dem sei bei einem Aufenthalt in der Kroatischen Hauptstadt unbedingt ein Besuch auf diesem täglichen Markt empfohlen.

Marktplatz Dolac in Zagreb

Neben dem Freiluftmarkt steht eine Fischhalle, und unter dem Marktplatz liegt auch noch eine Markthalle. Im Rücken der Händler steht die Kathedrale Zagrebs und bildet eine wirklich schöne Kulisse.

Leider bin ich den slawischen Sprachen überhaupt nicht mächtig, und so traute ich mich nicht, die hübsch zusammengesteckten Trockenfruchtspieße, quasi gesundes Cevapcici, zu probieren. Und so labte ich mich an dem, was ich schon vom Vorabend kannte, die kroatische Version eines Hot Dogs: Lecker Fettwurst in aufgebohrten Baguettebrot im Ketchupbad:

Kroatischer Hot Dog

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Dinamo Zagreb – HSV 0:2

Das T-Shirt, das ich zum Ende der letzten Saison als Zeichen der Hoffnung anfertigen ließ, ist nunmehr auch international und auswärts ungeschlagen, sogar die Hölle von Zagreb kann ihm nichts anhaben.

Bei meinem Besuch im baulich komplett vermurksten Maksimirstadion trug ich es auf Anraten meiner ortskundigen Begleiter nur drunter, und irgendwie übertrug sich diese Haltung auf den Platz: vdV und Modric haben ihren Marktwert sicher nicht gesteigert gestern Abend, und in der Zeitung von heute wird Spielzerstörer de Jong als Mann des Tages ausgezeichnet. Das sagt alles: Beide Mannschaften trugen ihre Fußballschuhe anscheinend nur drunter.

So konnten wir uns jedoch vollkommen auf die Geschehnisse auf den Ränge konzentrieren, die zwar nur knapp über die Hälfte gefüllt waren, aber trotzdem lieferten die berühmten Bad Blue Boys eine beeindruckende Leistung ab. Es gab keine ruhige Minute, sogar nach Ende des verlorenen Spiels wurde fleißig weitergesungen. Volim te Dinamo wurde quasi non- stop gesungen und dabei gleichzeitig der Tribünen- Pogo vollzogen: Hut ab.

So bedrohlich wie allseits angekündigt fand ich es dennoch nicht, nur einmal hatte ich Mitleid mit Frank Rost, als Dinamo gegen Ende der ersten Halbzeit vor ihm seine beste Phase hatte und hinter ihm deren Fans auch. In wenigen Augenblicken flogen gut zehn Fackeln in Richtung Torwart, schlugen aber alle hinter ihm ein.

Dinamo HSV Maksimir

Die Ordner hatten reichlich zu tun. Genauso wie die Drangperiode von Dinamo verzog sich aber auch der dicke Nebel irgendwann wieder, und es wurde weiter fröhlich vor sich hin gesungen. Die Jungs im absurd isolierten HSV- Block konnten sich kaum Gehör verschaffen, auch wenn er gut gefüllt war. Nur einmal war es ganz kurz ganz leise im zerstückelten Rund: Als Troche in der Nachspielzeit den Kroaten endgültig den Garaus machte und die Hamburger Jungs einen Augenblick brauchten, um zu merken, dass die Rothosen gerade mal eben durch die UEFA- Cup Gruppe marschiert waren. Nach Spielende feierten sie dann mit Huub Stevens auch den Mann, der mit Sicherheit die beste Leistung abgeliefert hatte.

Wir verließen angespannt aber ruhig das Stadion und kamen heil zu Hause an, Ärger gab es keinen mehr. Wenn man sich taktisch klug verhält und alle diszipliniert die Vorgaben umsetzen, ist auch die Hölle nur ein Fußballspiel.


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  • summer in germany Sonntag, 8. Oktober 2017
    in june we went to germany to spent a substantial part of the summer with family and friends. lukas was off to an early start because he had work in wolfsburg. the weekend without my family lukas used for a short stint to mallorca where i visited mike and tatzi – what a great way […]
    lukasra