Posts Tagged 'Molotow'

Blood Red Shoes/ The Wombats im Molotow

Zwei verpasste Gelegenheiten wurden gestern mit einem Streich ausgemerzt: Die Blood Red Shoes hatte ich bei Maximo Park verpasst, weil ich etwas spät wieder in Hamburg war, und zu den Wombats kam ich im Januar zu spät, es war bereits voll. Um dieses Mal sicher zu gehen, hatte ich mir die Karte im Vorverkauf gekauft – der Motorbooty Abend war mit sieben Euro wieder unfassbar billig, und natürlich war der Abend erneut komplett.

Um halb elf legten die beiden Jungschen von Blood Red Shoes los, und zwar wie gewohnt wie die Feuerwehr. Der Gesang ließ auch dieses Mal etwas zu wünschen übrig, und am Charme kann weiterhin gearbeitet werden, aber was den geregelten Krach angeht, bin ich voll überzeugt. Das Repertoir des frischen Duos ist noch überschaubar, und so stellte sich gleich beim zweiten Konzert ein hoher Wiedererkennungsfaktor ein. Mal sehen, wie sich die zwei noch entwickeln.

Die meisten der jungen Besucher im völlig vollgestopften und wie immer vor Feuchtigkeit triefenden Molotow waren aber wohl wegen der Wombats hier. Die Pause zwischen den Bands war nach meinem Geschmack mit einer knappen Stunde etwas zu lang, und die erneuten Ansagen der Motorbooty- Jungs hat meine Geduld etwas zu sehr auf die Probe gestellt, aber wat soll’s, dafür legten sie gleich derbe los.

Die Masse war erstaunlich textsicher und pogofreudig. Das Molotow ist sehr klein, und so gab es kaum eine Stelle, an der man nicht zumindest angeditscht wurde. Aber, hey, dafür waren wir doch gekommen:


Die Musik der Wombats gleitet neben dem reichlich vorhandenen Dancefloorhit- Potenzial nach einer Weile doch noch etwas ins Beliebige ab. Was man halt heute so macht. Aber dafür sprühen die Mitglieder nur so vor Elan und legten, ganz im Gegensatz zu den Blood Red Shoes, wie ich finde, gleich Zeugnis ihrer nächstes großes Ding- Qualitäten, oder zumindest sowas ähnliches ab. Auch hier gilt daher meines Erachtens: Mal sehen, wie es weitergeht.

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Now playing: Guy Tom Barman/Van Nueten – Little Arithmetics
via FoxyTunes

Boris Yeltsin im Molotow

Also nein, der kürzlich verstorbene ehemalige Russische Präsident wurde nicht gesehen (auch wenn ich ihm alles zutrauen würde), sondern im Molotow spielten die Amis Someone still loves you Boris Yeltsin. Und sie benahmen sich, wie man das so erwartet von einer Band, die zum ersten Mal in Deutschland ist bzw. zum ersten Mal in Hamburg spielt:

Sie waren schüchtern und sagten erstmal gar nichts.
Das kam an, also wollten sie als Annäherungsversuch wissen, was „geil“ heißt („Cool in horny“).
Sie hatten schon gelernt, dass man „Prost“ sagt.
Sie zählen Österreich mit zu Deutschland („It’s our eight or ninth concert in Germany“).
Natürlich ist das Publikum in Hamburg das beste soweit („Without bull“).
Sie wollten wissen, wo die Beatles gespielt haben („Da drüben, steht aber nicht mehr“) und danken uns, das wir die Beatles groß gemacht hätten („Da nich für“).
Sie alberten herum und betranken sich nach dem Konzert mit Jägermeister.

Luftgitarre

Die Musik hat mich irgendwann sowas wie mitgerissen, aber ich muss sagen: Eine richtige Live- Stimme mit einem nicht bloß sympathischen, sondern vielleicht auch charismatischen Frontmann wäre nicht verkehrt.
So bleibt der Eindruck, eine junge, ambitionierte Band ein Stück weit bei einem aufregenden Abenteuerurlaub begleitet zu haben. Ist doch auch nicht schlecht. Die erste Platte („Broom„) höre ich gerne, erwarte gespannt die nächste und freue mich, dass es mit der Single wieder einen Gutschein gab.

Das mit der Stimme kommt sicher noch.

Friska Viljor vorgestern in Hamburg

Joachim, Daniel und ihnsen hier

Danke! Bin jetzt ein echter (s?) Groupie.

Danach verwandelten sie das Molotow in eine gut gelaunte Saunalandschaft.

Viel Erfolg auf der weiteren Tour.

Friska Viljor morgen im Molotow

Jou, weise hier ja schon darauf hin, aber trotzdem noch einmal: Morgen abend spielen Friska Viljor im Molotow. Geht gegen halb eins los, also schön spät, um schon schön gut drauf zu sein.

Jeder, der gerne live Musik hört und der gerne mal wieder abrocken möchte, möge sich dorthin bewegen. Wenn’s nur halb so gut wird wie beim letzten Mal, wird’s ein Hit!

Also die Röhrenjeans rausgeholt, Chucks an, weißes Hemd aus der Hose und Stimme trainieren, los geht’s.

Little Barrie im Molotow

Der kleine Barrie ist wirklich klein, aber meine Fresse wie groß ist seine Gitarre. Das Publikum weiß gar nicht recht, wie es um sie geschieht, als letzten Donnerstag gleich von Beginn an ein Sturm über sie kommt. Leider geht in der Gitarre sein Gesang unter (die Nachfrage beim Soundmann ergab, dass Barrie es so will), was sicher mit Grund war, warum das Molotow eine Weile brauchte, bis es den Auftritt der drei Derwische richtig genoss.

Litte Barrie im Molotow

Ich fragte mich die ganze Zeit, was es noch mal war, dass mich vor ein paar Jahren auf die Band aufmerksam gemacht hatte, und irgendwann fiel es mir zum Glück ein: Das erste Album war von Edwyn Collins produziert (beste Genesungswünsche gehen raus). Als ich das endlich mit mir geklärt hatte, konnte ich beim Tanzen darüber nachdenken, wer noch gleich das neue produziert hat und wie eigentlich der Stil von Little Barrie heißt: Soulrock? Rock’n’Roll mit ordentlich Schmackes? Ich kam nicht drauf. Als ich zu Hause las, dass es Dan the Automator war, schlossen sich Kreise.

Je länger das Konzert ging, desto besser wurde die Stimmung der Leute und auch die der Band. Nach einer Zugabe aus drei Liedern wurde eifrig nach mehr gerufen, aber die Musik ging an, und es war vorbei.

Auf dem Nachhauseweg störte es mich noch nicht einmal, dass es aus Kübeln schüttete. Die ganze Zeit habe ich die Gitarre von Love You mit den Lippen vor mich her gezupft. Das mache ich sonst NIE.

Gar nicht, ein bisschen und fast ganz

Mitte Januar habe ich eine Liste der Konzerte zusammengestellt, die ich gerne bis Anfang März besuchen würde. Sie ist so lang, dass es mir selber unheimlich ist. Einiges davon lässt sich nicht realisieren, weil ich anderes vorhabe, nicht in Hamburg bin oder am Sonntagabend immer zwei Mal mehr Courage nötig ist, als an anderen Abenden. Schlappheit und Trägheit eben. Aber darüber hinaus ließ sich die heiße Zeit auch sonst schwieriger an als vermutet: Das erste Konzert sollte das der Wombats sein. Wombats Plakat Molotow

Eine Hand voll Lieder, zu beziehen bspw. via mySpace, und der unschlagbare Preis von vier Euro im Molotow waren Argument und Reiz genug. Das dachten dann allerdings auch noch viele, viele andere Menschen, so dass gleich ein ganzes Treppenhaus voller Leute den Rückzug antreten musste. Ich leider auch.

Einige Tage später dann ging es nun zum Auftritt von Siva im Grünen Jäger, wo die Band im Rahmen des monatlichen About Songs Abends spielte. Siva im Grünen Jäger

Da ich den Sänger bisher nur einmal akustisch und ohne Unterstützung der Band bei uns im Wohnzimmer gehört hatte, wollte ich mir das Konzert nicht entgehen lassen. Leider gab es am gleichen Abend das erste Heimspiel des HSV in der Rückrunde. Erwartungsgemäß gab es keinen Sieg, und leider hatte Siva zeitig angefangen zu spielen. Das begrüße ich normalerweise sehr, aber so konnte ich nur noch die letzten drei Songs mitnehmen, von denen mich der erste wiederum (Seven demons) vollends überzeugte und ich froh war, doch noch vorbei gekommen zu sein. Zu meiner Freude ist er auch auf dem kleinen, hübschen Toursampler drauf, den ich gekauft habe (Ich finde, das sollte man so häufig wie möglich tun: Zum Konzert gehen und die Platte kaufen – CD oder was auch immer).

Vorgestern gab es nun endlich das nächste Konzert, und zu diesem wollte ich zeitig erscheinen: Feiertag – Ben Folds spielte. Auf der Eintrittskarte stand „Beginn 19.30h“ (die übliche Samstagabend- Problematik im Docks), also war ich um viertel nach sieben da. Zu meiner großen Überraschung und Enttäuschung hatte die Vorgruppe zu dem Zeitpunkt schon gespielt. Nicht einen Ton habe ich mitbekommen von Eef Barzeley, also Clem Snide, und darüber könnte ich mich normalerweise richtig ärgern. Aber an diesem Abend sollte ich mich nicht ärgern, sondern ich schob meine Schwester und mich nach einem Getränk nach ganz vorne. Da, wo die kleinen Mädchen stehen und die Spacken, die jeden Text von jedem Lied auswendig können. Da ist immer Platz, und bei einem liebenswerten und virtuosen Typen wie Ben lohnt sich der Blick in die Tasten allemal. Für meinen Geschmack begann er etwas wortkarg, aber was soll’s – bei den Liedern! Er hat jetzt den Synthesizer entdeckt, aber er hat es vermieden, damit zu nerven. Und irgendwann, erst so gegen Mitte des Konzertes, brachen dann doch die Dämme. Wie er uns offenbarte, litt er unter einer kräftigen Erkältung, und erst jetzt traten die Drogen richtig zu. Spielfreude und Improvisation gehören zu den besten Argumenten für einen Konzertbesuch, und davon gab es nun schubweise. Um mich war es endgültig geschehen, als in die Begeisterung über die druckvolle Coverversion von Such Great Heights hinein das rührselige Solo von Fred Jones begann. Ben Folds im Docks, gerade solo

Ich schickte eine Träne auf Reisen, drückte meine Schwester an mich und war eins mit den Tönen von der und auf die Bühne. Bei Konzerten im Ausland fand ich es immer putzig, wie die Masse ge- und entschlossen mitgesungen hat, jetzt aber scheint sich das so langsam auch hier breit zu machen. Ich find’s gut, es ergibt sich sowieso nur bei den Konzerten, bei denen die Laune schon durch die Säle schwappt und sich niemand bei seinem intimen Genuss gestört fühlen dürfte. In diesem Sinne. Bitches can’t hang with the streets!


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  • merry christmas Samstag, 24. Dezember 2016
    the festive season of the year has come and once again we are updating you with some headlines from the past months. what has happened in the meantime? august: while summer was still strong and the heat was blazing – what better way is there than to celebrate summer with a convertible? lukas old love […]
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