Posts Tagged 'Musik'

The Good Life im Knust

Ich war gestern bei The Good Life im Knust. Die Vorband war so eine Band mit einer Fee als Sängerin, bei deren Musik man an einem Freitagabend leider einfach nur: Einschläft. Emmy Moll hießen sie.

Danach kamen The Good Life. Zu Beginn musste der Sänger wohl noch seine Stimme mit etwas Whisky ölen, denn er kautze zunächst mehr als dass er sang. Aber das legte sich, und sodann wurde losgelegt. The Good Life sind eine Band, die mit offenen Karten spielt, die zu sagen scheint: Nun, was sollen wir machen, das hier ist unsere Musik, und wer hierher kommt, der kriegt unsere Seelen gleich mit dazu. Volle Breitseite, volle Inbrunst, und so voller Nahbarkeit, dass es einem als erstmaliger Besucher eines Good Life Konzertes wie mir fast schon unangenehm wird, dabei zu sein. Schließlich singt hier sich jemand die Seele vom Leib als wäre man sein bester Freund. Oder zumindest er sehr betrunken, was ja im Gesprächsergebnis manchmal dasselbe ist. Und bei Tim Kasher auch schwer auseinander zu halten scheint.

Manchmal scheint er verrückt zu sein, manchmal zerbrechlich, dann wieder selbstbewusst, manchmal kreischen die Gitarren so laut und schrill, dass man sich die Ohren zuhalten möchte, und manchmal füllen sie so zärtlich den Raum, dass man glaubt, die Band sein plötzlich gewechselt worden. Und doch sind das alles The Good Life aus Nebraska.

The Good Life im Knust

Dafür sind Konzerte da. Nicht nur, aber auch.

—————-
Now playing: Graham Coxon – Standing On My Own Again
via FoxyTunes

Advertisements

Pure American Rock Music

Praise the Lord!

Oakley Hall

Oakley Hall heißt die Band, und sie haben gerade ihr neues (bereits viertes) Album „I’ll follow you“ erstmalig bei Merge Records veröffentlicht, und ich danke allen Beteiligten von ganzem Herzen.

Wen ich alleine nicht überzeugen kann, der lese hier.

—————-
Now playing: Band of Horses – Detlef Schrempf
via FoxyTunes

The Weakerthans, Webster Hall

In der Webster Hall (verbandelt mit dem Bowery Imperium) am Rande des East Village gingen wir gestern zum Konzert der Weakerthans – mein erstes Konzert in den US of A.

Einlass war für 19h anberaumt, und wir wussten, dass es zwei Vorgruppen geben würde. Wann fängt der Amerikaner wohl seine Konzerte an? Auf Verdacht kamen wir gegen halb neun an, und ich freute mich erstmal darüber, dass das mit dem Eintritt so reibungslos klappte. Ich hatte die Karten vor ein paar Wochen bei Ticketmaster bestellt, und so konnten nun einfach zwei Personen unter meinem Namen rein. Eigentlich klar, aber trotzdem irgendwie toll. „Will Call“ nennt sich das Prinzip, funktioniert einwandfrei.

Marquee Weakerthans Webster Hall

Die Uhrzeit erwies sich als perfekt, denn gerade als wir hineinkamen in den schönen alten Saal, war soeben Jim Bryson aufgetaut und erfreute die Anwesenden, vornehmlich jungen und erfreulich normalen Leute mit seiner Kanadische Frische. Seine Musik würde ich auf das erste Hören als Indie Folk, Folk Rock oder wie auch immer bezeichnen. Seine Art als nett und angenehm. Die sogar noch zum Mitmachen auf der Bühne animierten Zuschauer und ich waren auf jeden Fall angetan.

Etwas, was man von der zweiten Band, The Last Town Chorus, leider nicht behaupten kann. Der Flyer, der im Saal verteilt wurde, versprach zwar „She sings like an angel and plays lap steel guitar like the Devil.“, aber ich muss sagen: She sings like a Schnarchkopp and if Lucifer played the lap steel guitar like her, he’d be sellin‘ Donuts down in Hackensack.

Aber dann: Die Weakerthans! Und gleich zu Beginn erstmal so ein gutes Bühnenbild: Einfach, schön, effektvoll. Kanadisch eben (? – allen, die die Band nicht kennen, empfehle ich zum Einstieg das Video von „The Reason“).

weakerthans-webster-hall-2.jpg

Das ganze Konzert verlief im Grunde so einfach, schön und effektvoll wie das Bühnenbild. Und ich fragte micht: Was ist so schwer daran? Nichts, glaube ich, man muss es nur wollen. Die Webster Hall war gut besucht, ich schätze, dass ca. 1.000 Leute da waren- um eine Band zu hören, die wirklich keine Bäume ausreißt, aber deren flotte Songs man gerne hört, wenn man mit 160 Sachen über die Autobahn fetzt, und deren ruhigen Stücke wie ein warmer Mantel unter sternenklarem Himmel wirken können.

Für mein erstes Amikonzert war ich vollkommen zufrieden.

Maximo Park im Docks (Mi)

Maximo Park im Docks 17.10.08

Rock and Roll!

Wenn ich mal einen Tag ein Rock’n’Roll Star sein dürfte, wäre ich wohl am liebsten John Smith. Ich würde wie er alles geben, was in mir steckt, springen, schreien, lachen, loben, tanzen, rumspacken und mir die Seele aus dem Leib singen.

Ich würde mein zweites Album musikalisch nicht richtig verstehen und vielleicht noch eine Version davon rausbringen, in der die Lieder nicht immer so komische Wendungen nehmen, die keiner kapiert, aber vielleicht auch nicht, denn wenn ich sehen könnte, wie die Leute abgehen und mitsingen und ausflippen vor Freude bei unseren Auftritten, dann würde ich vielleicht doch denken, dass alles richtig ist so wie es ist.

Und nach meinem Konzert würde ich mein Hemd ausziehen und mich fragen, wie ich das überleben soll: Noch ein einziges weiteres Konzert. Und dann würde es schwupps machen und ich wäre wieder ich, und ich wäre voller Ehrfurcht vor so viel Kraft.

Crowded House in der Großen Freiheit

Ich muss schon sagen: Ich war von Beginn an gerührt in Anbetracht der Tatsache, dass Crowded House noch einmal in die Große Freiheit kämen. Als dann der erste Ton erklang, oder vielmehr der erste Ton der Stimme von Neil Finn, da wusste ich wieder, warum ich schon immer diese Band hatte, von der ich den anderen nicht erklären konnte, warum ich sie so mochte: Es ist diese Stimme, es sind diese Harmonien, diese wunderbar harmonischen Gesänge aller Bandmitglieder zugleich.

Crowded House in der Großen Freiheit 14.10.07

Ich verstehe jetzt vielleicht, warum jemand einmal in dreißig Jahren unbedingt zu einer alten Lieblingsband will und dafür gerne achtzig Euro oder mehr auf den Tisch legt: Erinnerungen, unbezahlbar. Meine Güte, ich habe Namen von Verflossenen in Dachschindel geritzt, deren Gesicht ich heute nicht mehr zusammenkriege, aber den Text der Lieder, die ich dabei hörte, der kommt gleich wieder raus, wenn sie da oben stehen und uns erfreuen mit ihrer Spielfreude und ihrem großartigen Repertoir. Die Arctic Monkeys waren mit ihrer Show bereits durch, da hatten sich Crowded House gestern abend gerade so richtig warm gespielt.

Und so war ich auch gestern abend sehr gerührt und musste doch ein ums andere Mal eine Träne verdrücken. Und nach zweieinhalb Stunden war ich auch echt fertig. Nur die alten Säcke da oben scheinbar noch nicht. Ob sie noch einmal wieder kommen?

June et Jim, Chat Noir

Gerade berichtete ich doch von den Vorzügen der Rue Jean-Pierre Timbaud, und dann gleich heute abend: Zack! Volltreffer.

Geh ich so die Straße entlang und kann mich nicht entscheiden, wohin mit mir. Komme ich so am Chat Noir vorbei und sehe, dass es heute abend ein Konzert geben würde „June et Jim“, natürlich nie gehört, aber vorher einen Salat mit warmem Schafskäse, und dann: Warum nicht?

Also ging ich nach dem Verzehr in den Keller der netten Kneipe, genannt „La Cave“, und staunte nicht schlecht, als ich sah, dass der Raum mit schätzungsweise 20 Leuten besetzt und damit auch eigentlich ziemlich voll war. Vorne saß dann die Franzosenkombi, von der man immer träumt: Er, sympathischer Kauz und sie, Typ aparte Kunststudentin, um sich herum viel zu viele Instrumente geschart für zwei Musiker. June und Jim also.

June et Jim en direct Paris 09/11/07

In meiner Unfähigkeit, Musik zu beschreiben, sage ich mal, es ist eine Mischung aus Matthew Herbert und Yann Tiersen: Ruhig, verspielt, traurig, schräg, leise, überraschend. So. Und schließlich war es erst das zweite Mal dass ich (nach Matthew Herbert) so intensiv dieses Live- Sampling erlebt habe, bei der die Instrumente zu Beginn eines Liedes kurz angespielt werden, um dann vom Sampler durchzulaufen, und zum anderen war es das zweite Mal (nach Yann Tiersen), dass ich dieses Glockenspiel oder weiß der Kuckuck wie das heißt gesehen habe, das so aussieht wie ein Sekretär aus „Liebling ich habe die Kinder geschrumpft“. Und schließlich kann er, genau wie Matthew Herbert und Yann Tiersen, nicht so toll singen und holt sich daher Verstärkung in ansehnlicher weiblicher Form. Nicht doof und sehr charmant.

Irgendwann wurde auch noch ein Stück auf Spanisch gespielt, und es kam heraus, dass sie dicke Spanienverbindungen haben, insbesondere nach Barcelona, weswegen sie dort demnächst auch spielen werden. War irgendwie klar.

Also ich finde, die beiden ruhigen Mulittalente wären auch mal was für uns. About Songs oder Live in the Living vielleicht. Man weiß ja nie.

Und ich finde, dieses Leben, in dem man unverhofft in solche Dinge tapert, wenn man nur die Augen offenhält und auch mal ja sagt, wenn man nein fühlt, das ist schon ein gutes Ding.

Kein Ernold Same

Ich muss mal kurz hierauf verlinken: Warum Damon Albarn Bedeutung sucht und wieso andere sie nicht finden (oder auch: Warum der Guardian Bedeutung findet und andere sie noch nicht einmal suchen).


Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

Schließe dich 7 Followern an

RSS Follow Luke

  • summer in germany Sonntag, 8. Oktober 2017
    in june we went to germany to spent a substantial part of the summer with family and friends. lukas was off to an early start because he had work in wolfsburg. the weekend without my family lukas used for a short stint to mallorca where i visited mike and tatzi – what a great way […]
    lukasra