Posts Tagged 'Paris'

Eugène Sue: Die Geheimnisse von Paris

Boah, immer diese langen Pausen.

Im Moment fräse ich mich durch einige liegen gebliebene Ausgaben von 11 Freunde und fange immer wieder das neue Buch an. Ich brauche noch eine Weile, denn ich habe Die Geheimnisse von Paris gelesen.

Ich war monatelang ganz gefesselt, eingenommen von der Sprache, den Personen, den Schauplätzen und den Verstrickungen der Erzählpfade. Man muss sicher eine Freude an der blumigen Sprache haben, um die über tausend Seiten durchzuackern, keine Furcht vor Pathos und erhobenen Zeigefingern, und Spaß an ineinander verkeilten Geschichten in der Geschichte in der Geschichte. Man darf keine Angst haben vor unglaublichen Zufällen und geradezu unglaubwürdigen Wendungen und Entwicklungen in einer Geschichte, und man muss sich einlassen können auf einen Hauptdarsteller und Personen, die zu gut für die Welt und solchen, die schlicht böse sind. Wenn einem irgendwas davon auf die Nerven geht oder man keine echte Freude daran entwickeln kann, dann Finger weg von diesem Werk.

Wenn man jedoch Lust aus so etwas beziehen kann und keine Scheu vor dem Lesen eines so langen Buches (muss man ja auch wollen), dann los, Leute, nur zu! Am Ende hat man das tolle Gefühl, richtig was geschafft zu haben, richtig was erlebt zu haben, richtig was gelernt zu haben. Geschichtsstunde, Märchen, Abenteuerroman, Schmachtfetzen, alles in einem.

So ist Paris (und so ist das Leben)

Großneumarkt 14. August 08

14. August 08

Gestern abend gab es „So ist Paris“ im Passage- Kino in der Mönckebergstraße.

Der Film ist ganz hübsch. Von den Episoden sind einige recht überflüssig (was soll das mit Kamerun?), und einen wirklichen Zusammenhang lässt der Film auch nicht aufkommen, aber was soll’s: Immer wenn’s langweilig wird, kann man überlegen, in welcher Ecke von Paris sich der Film gerade tummelt, welche Metro war das gerade, von wo sieht man den Tour Montparnasse da links und den Eiffelturm da rechts (Bastille? Auf jeden Fall 11. oder?)?

Passage-Kino

Plakat bei uns und in echt

Die Musik ist hübsch, die Bilder auch, und die Bäckersfrau, gemimt von Karin Viard, ist eine herrliche, und leider oder zum Glück keinesfalls überzeichnete typische hypokratische Pariser Schreckschraube. Hinzu kommt: Juliette Binoche hat mich noch nie so wenig genervt wie hier, ja ich möchte fast sagen, dass ich sie ganz herzerfrischend menschlich fand.

Alles in allem eine 3 oder 3+, die jedoch es für Parisliebhaber aber sicher auf eine 2- schafft.
Hier noch der Link zur schönen Homepage.

Paris, dernière

Das war’s endgültig.

Nix mehr mit Champs Elysées, Tour Eiffel, République, Saint-Lazare Pasquier, Croissants Beurres, Paul, Fleur, rue Daru, Parc Monceau, CDG und CDGVAL, Fnac, Allocine, RER, Metro, RATP, Vélolib, Invalides, MK2, Odeon, Lucernaire, des Buttes eceterá.

Paris, dernièreMerde, actually.

Hotel Astruc in Paris

Gut sicher, ich mein klar: Nicht jedes Hotel muss dem gleichem Anspruch entsprechen, aber dass ich ausgerechnet am Ende meiner Pariser Hoteltournee ins Astruc (zurück)kommen musste…

Das Hotel liegt in einer ruhigen Seitenstraße von der Rue de Courcelles im 17. Arrondissement, hieß früher Hotel Eber, und weiß außer durch die Nähe zum Büro nicht mit vielen Argumenten zu überzeugen: Die Fassade ist schlicht und könnte demnächst mal einen Eimer Farbe gebrauchen, die Zimmer sind schlicht und entsprechend der Fassade ebenfalls demnächst mal fällig. Der Flachbildschirm wirkt da schon etwas Fehl am Platz, finde ich:

Hotel Astruc    Hotel Astruc Bad    Hotel Astruc

Das Bad ist recht geräumig, ein Duschvorhang wäre mir aber lieber gewesen.

Das Frühstück, das ganz in Ordnung ist im Astruc, wird in der Eingangshalle serviert: So sitzt man dann zwischen Straße und Reception und fragt sich, wieso man hierher und nicht woanders gehen sollte beim nächsten Mal. Außer wie gesagt: Die Lage und die Tatsache, dass es im 17. für den Preis schwierig werden dürfte. Ich würde es im Zweifelsfall immer mit dem Courcelles Etoile versuchen, vielleicht kann man dort einen guten Tarif schießen, und die Welt ist in Ordnung.

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Hotel Courcelles-Etoile in Paris

Das Hotel Courcelles-Étoile liegt im oberen Teil der mit teuren Kinderboutiquen gesäumten Rue de Courcelles, direkt am Square Albert Besnard oder am Place de Maréchal Juin, jenachdem wen man fragt, wobei die meisten Menschen den chicen Platz im chicen 17. Arrondissement wohl nur als Pereire kennen.
Wenn man am Abend fein Essen gehen möchte, dann findet man am Pereire eine ganze Reihe mondäner Restaurants und Bistrots, die meißten mit eigenem Fahrerservice, aber auch zwei normalere Cafés, einen Monoprix und leckere Bäcker.

Das Haus besteht aus zwei Teilen, wie man auf dem Foto gut erkennen kann, von denen gerade der kleinere Teil renoviert wird. Der größere Teil hat die Umbaumaßnahmen schon hinter sich und verfügt so über moderne Zimmer, die offenbar den neuen Pariser Standard verkörpern:

hotel-courcelles-etoiles-zimmer.jpg hotel-courcelles-etoiles-ausen.jpg hotel-courcelles-etoiles-bad.jpg

Durch den Umbau muss man momentan durch einige baustellenähnliche Flure gehen, aber das ist sicher bald vorbei und hat den Komfort in dem Zimmer nicht eingeschränkt. Schon eher die Größe, die in diesem Fall eher als Kleine zu bezeichnen ist – neben dem Bett bleibt kaum Platz für ein paar morgendliche Liegestütz. Alle anderen Zimmer sind laut Feuerplan größer als das meine, aber auch noch teurer.

Das Frühstück im Hotel ist gut, aber ebenfalls viel zu teuer, wie ich finde (alles über zehn € finde ich hart, aber 16 € sind definitiv zu hart). Das alles scheint aber normal zu sein in diesem Hotel, das in einem feinen Viertel nahe des Arc de Triomphe und nahe des Kongresszentrums sicher trotzdem immer gut gefüllt sein wird.

Mein Fazit: Wenn man in der Ecke zu tun hat und oder nicht so sehr auf den Euro achten muss, ist das Hotel eine gute Wahl, sonst aber finde ich es schlicht etwas zu teuer: WLan kostet, der Fernseher lütt, das Frühstück überzogen teuer, das Zimmer sehr klein – das muss nicht so sein.

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Laufstrecken in Paris

Es ist nicht leicht, in Paris eine Strecke zu finden, auf der man seine alltägliche oder auch „Einmal im Leben in Paris Laufen“ Runde drehen kann: Voll ist es eigentlich überall, der Verkehr ist überall dicht, und zusammenhängendes Grün gibt es verhältnismäßig wenig. Hinzu kommt, dass die öffentlichen Grünanlagen im Winter erst nach der Dämmerung öffnen, und im Sommer auch erst um 9h.

Da ist guter Rat teuer, und da ich nun schon so einige Ecken von Paris gesehen und belaufen habe, halte ich hier einmal meine Erfahrungen fest.

Parc Monceau: Biegt man morgens in den piekfeinen Parc Monceau ein, hindurch zwischen piekfeinen Häusern, Anwesen, Autos und Menschen, trifft man verlässlich auf viele Gleichgesinnte. Der Park ist wunderschön und weit und breit das einzige Grün, die einfache, flache Sandstrecke ist immer dementsprechend immer gut besucht. Sie ist leider etwas kurz, aber man kann ja auch mal durch Kreuz-und-Querlaufen für Abwechslung sorgen.

Parc Monceau

Marsfelder/ Eiffelturm: Läuft man auf den Marsfeldern gerade nicht in Richtung des Eiffelturms, möchte man am liebsten rückwärts laufen, um ihn ja nie aus den Augen zu verlieren. Einfach magisch, finde ich. Hier einmal zu laufen, gehört für mich zu den ganz besonderen Erlebnissen auf Reise. Die einfache, flache Strecke verläuft meist auf Sand, manchmal ist etwas Asphalt zu überqueren. Man sollte hier unbedingt morgens aufkreuzen, dann ist man noch recht allein. Die Runde kann nach Belieben verlängert und verkürzt werden, sein Ziel verliert man dabei nie aus den Augen.

Marsfelder, Eiffelturm

Invalidendom: In der Nähe des Eiffelturms gibt es mit dem Invalidendom ein weiteres zentrales Gebäude, das mit grünen Wegen und Alleen, die auf den Dom zulaufen, zum Darum-herum- Joggen einlädt.

Rund um den Invalidendom

Man ist abwechselnd auf den sandigen Alleen oder asphaltierten Bürgersteigen unterwegs – was man früh tun sollte, sonst ist der Berufsverkehrs in der Nähe des Seine-Ufers zu dicht.

Jardin du Luxembourg: Der Garten rund um das feudale Palais im 6. Arrondissement ist zum Glück ab dem Frühjahr schon früh morgens geöffnet. Hier kann man seine Runden jedes Mal anders verlaufen lassen, ist einem der hübsch begrünte Park zu klein, kann man auf der Allee unterhalb des Parks noch etwas verlängern. Auch hier läuft man völlig ebenerdig und zumeist auf hartem Sand. Etwas gemein ist die geringe Zahl an Eingängen zum Park, also nicht gleich verzagen.

Auf den Inseln in der Seine: Ich kann nur davon abraten, entlang der Seine zu laufen. Auch wenn die Aussicht auf atemberaubende Aussichten verlockend ist: Es geht nur über Bürgersteige, viele Ampeln, teilweise Kopfsteinpflaster etc. Vor allen Dingen am „Festland“ läuft man immer direkt neben dem dichten Uferverkehr. Das stinkt gewaltig und ist nicht wirlich erholsam. Außer zu aller Herrgottsfrüh ist es hier sowieso definitiv immer viel zu voll.

Im Morgendunkel entlang der Seine

Viaduc des Arts: Auf dem alten Bahndamm von Bastille nach Vincennes entlang läuft es sich recht hübsch im 12. Arrondissement im Westen der Stadt. Der vordere Teil der Streck (von der Place de la Bastille aus gesehen) ist etwas nervig, weil es eindeutig zum Spazieren ausgelegt ist. Es gilt einige Blumentöpfe und andere Hindernisse zu umrunden! Je weiter man nach Osten kommt, desto besser wird es aber, und irgendwann wird daraus auch eine richtige Laufstrecke, auf der man theoretisch immer weiter laufen könnte – bis in den Wald von Vincennes. Aber man muss ja irgendwann kehrt machen und wieder nach Hause. Der Untergrund ist hier Asphalt oder neuerer Pflasterstein.

Canal Saint-Martin: Entlang des Kanals kann man fast unendlich weit laufen: In der Mitte liegt der Kanal offen, weiter unten läuft man auf dem Kanal unter Bäumen und oben kann man noch das Bassin de la Vilette umrunden, je nachdem wo man einsteigt, findet sich immer die richtige Länge. Die Strecke ist zwar (bis auf den unteren Teil) nicht sonderlich grün und auch nicht sehr abwechslungsreich, dafür aber besonders parisisch: Laufend muss man kleine Brücken über- oder unterqueren, man kann den Bürgersteig manchmal verlassen und direkt unten am Wasser entlang, mann muss unter der U-Bahn hindurch, und wenn man Glück hat, trifft man auf die Feuerwehr beim Morgenapell.

Gelaufen bin ich überall morgens gegen 7h.

Eine Übersicht über die Lage aller beschriebenen Strecken findet sich hier bei Google maps.

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Hotel Ares Eiffel in Paris

Schließlich muss man auch mal Glück haben: Das Hotel Ares ist mir irgendwobei untergekommen und wurde mir auf der Website als nagelneu renoviert angekündigt. Da ich noch nie im 15. Arrondissement übernachtet hatte, griff ich zu, auch wenn der Preis für eine Nacht um genau drei Euro über unserem Spesensatz lag. Erstmal war ich angenehm überrascht von der Ecke, die sie da gleich südlich der Marsfelder auftut, da wo die Metro auf mächtigen Stahlstelzen fährt. Einen Supermarkt und drei, vier Bistrots wie hier sollte man immer in der Nähe haben, eine Metrostation am besten dazu (trifft in Paris im Grunde immer zu). Dann noch eine Gelegenheit zu Laufen: Perfekt. Und diese hier ist eine der besten in ganz Paris, schließlich geht es durch die Grünanlagen unterhalb des Eifelturms, immer mit Blick auf die imposante Militärschule.

Zum Hotel: Selbiges empfing mich mit einem Eimer Farbe und dem Geruch voranschreitender Renovierungsarbeiten. Wie ich jetzt weiß, hat das Haus im September eröffnet, nachdem die Räume des ehemaligen Hotels älterer Klasse allesamt komplett überarbeitet worden waren. Die Ankündigung auf der Website, das Haus sei gerade runderneuert worden, ist ja inzwischen zu einem beliebigen Standardsatz geworden, aber hier stimmte es nun wirklich einmal. Seit der Wiedereröffnung werden die anderen Räumlichkeiten nachgezogen, so befindet sich bspw. aktuell die Rezeption nicht an ihrem endgültigen Platz, aber das störte nicht, vor allem nicht, weil die Rezeptionistin äußerst charmant war.

hotel-ares.jpg hotel-ares-zimmer.jpg hotel-ares-bad-mit-telefon.jpg

Der Flur ist schön, der Fahrstuhl geräumig, aber vor allem das kleine Zimmer ist der Hit: Die Wände sind mit zarten Stofftapeten ausgestattet, und über dem großen Bett hängen Samtstoffe an der Wand, eingefasst in einen wuchtigen Rahmen. Der Boden ist mit dunkelbraunem Holz ausgelegt, an der Wand hängt ein großer, eleganter, flacher Bang&Olufsen Fernseher (mit dem man auch ins Internet kann), es gibt zwei Telefone (eins im Bad – aha), und der drahtlose Zugang ins Internet ist kostenlos und dick.

 

Und auch das Bad ist wirklich wunderbar: Geräumig, hell, mit einer Badewanne, einer chicen Waschkonsole und angenehmer Kachelage. Die Dusche kann so einiges mit ihrem riesigen Kopf, und einen Fön gibt es auch. Die Handtücher riesig und flauschig – eigentlich alles wie man es mag. Nicht eigentlich, sondern wirklich.

Das Frühstück konnte ebenfalls überzeugen, wenn es auch mit Ausnahme eines kleinen Stück Emmentalers rein süß gestaltet ist. Aber am wichtigsten ist doch immer, dass das Croissant frisch und lecker, und die Brötchen knackig und warm sind. Oder nicht?

Könnte ich, würde ich sicher noch einmal hierher kommen. Wenn man nicht in einer coolen Ecke von Paris wohnen muss, sondern in einer schönen, und wenn man das Geld dafür hat, dann spreche ich ihm hiermit eine dicke Empfehlung aus: Hotel Ares. Großartig.

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Now playing: Pixies – Alec Eiffel
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  • first half of 2017 Montag, 24. Juli 2017
    the first half of 2017 has passed like a breeze and we have lots of memories to share. to start it off, sabine and wolf were visiting again for nicis and wolfs birthday end of february. and we went to shenandoah national park with them where we stayed in a cozy cabin. lukas has again […]
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