Posts Tagged 'Pilatuspool'

Die dicke Hafenkante im Großstadtrevier

Das Viertel, in dem ich wohne, wird auch das Vergessene Viertel genannt. Für die meisten Bewohnern der Stadt liegt es quasi unsichtbar eingepfercht zwischen Holstenwall, Ludwig-Erhard-Straße und Kaiser-Wilhelm-Straße. Ich finde das herrlich.

Ginge es nach den Produzenten von Fernsehserien, müsste es allerdings nicht so bleiben. Ich habe manchmal das Gefühl, dass hier jede Woche gedreht wird. Das Großstadtrevier natürlich allen voran, aber auch Der Dicke und seit einiger Zeit Notruf Hafenkante kloppen sich förmlich um die originellsten Straßenzüge als Drehort. Inzwischen habe ich sogar einen Lieblingscaterer, Moviemampf. Nein, die Anwohner kriegen nichts ab, aber der Name besticht. Die Anwohner bekommen regelmäßig Post, mit der um Verständnis geworben wird. Aber immer doch, ist ja auch ein gutes Gefühl.

Liebe Anwohner, schon wieder…

Das PK14, die Wiege des Großstadtreviers, das fünf Jahre lang am Großneumarkt residierte, liegt seit jetzt auch schon wieder zwei Jahren in der Caffamacherreihe. Die Räume am Großneumarkt stehen leider seither leer.

P.S. Könnte mal jemand die Einweihungsmeldung vom Netz nehmen?

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Klimawandel im Pilatuspool

Nein, es ist für mich nicht wie früher, weil es das früher bei uns nicht gab. Es ist wie heute, und erst seitdem ich in der Neustadt wohne, kenne ich das Gebimmel. Sonntagabend war er da, und wir gingen runter, einfach weil wir es konnten: Ein Eis am Abend. Die Krokusse blühen schon, die Maiglöckchen sprießen, und der Eismann kommt, wenn mich nicht alles täuscht, war es schon das zweite Mal in diesem Jahr.

Ein Friseur für’s Leben

Früher ging ich ungefähr ein Mal im Monat zum Friseur. Spätestens nach sechs Wochen sahen meine Haare so aus, als müsste ich dringend einmal wieder unter den Rasenmäher. Ich dachte, das wäre nun mal so.

Eines Tages traute ich mich in einen kleinen Salon, von dem ich zu Recht vermutete, er sei wohl etwas teurer. Und: Ich war begeisert. Wie gut die Investition und der Mut waren, zeigte sich aber erst nach acht Wochen: Die Haare wuchsen stetig, aber die Frisur, die blieb gut in Form.

Baschy im Pilatuspool

Seither gehe ich immer zu Baschy in seinen wunderschönen Salon. Er weiß was er tut, ist jeden Cent wert und obendrein auch noch ein netter Zeigenosse.

Entgegen

Da ist zunächst immer die Frau von dem Friseursalon auf der Ecke hinter unserem Haus. Sie kommt mir eigentlich jeden Morgen entgegen, ihr Hunde, ein Cockerspaniel, stets voraus. Sie ist Mitte vierzig, immer zu gebräunt, um wahr zu sein, immer zu viel Lippenstift, um mir zu gefallen. Aber ihre Lippen bringen jeden Tag ein an ehrlich gemeinter Freundlichkeit nicht zu übertreffendes „Guten Morgen“ über die Lippen, sie lächelt, und wir schreiten weiter. Kurze Zeit später kommt meist der junge Vater mit seinen beiden Kindern. Dann kommt die zugigste Ecke der Stadt, unwirtlich, wirklich. Dann kommt die große Kirche, dann kommt der Jogger. Er ist bei jedem Wetter unterwegs, er war sogar heute morgen laufen. Heute morgen hat es bei starkem Wind geschneit. Jedes Mal, wenn wir uns begegnen, rufe ich ihm ein ernst gemeintes und deutlich hörbares „Respek'“ entgegen, und jedes Mal schaut er in mein Gesicht, verzieht das seine und gibt mir zu verstehen, dass er mich nicht verstanden hat und auch nicht wüsste, warum ich mit ihm in Kontakt treten sollte.

Noch ein paar Schritte, dann der Mann, der mich nach drei Jahren endlich grüßt. Dann der Mann, den es erst gibt, seit ich wieder hier bin, und der sich langsam anfängt zu wundern, warum ich ihm immer so bestimmt ein Visca el Barca entgegen werfe. Ich melde mich, wenn er es verstanden hat. Dann bin ich da, und der Tag kann beginnen.


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  • summer in germany Sonntag, 8. Oktober 2017
    in june we went to germany to spent a substantial part of the summer with family and friends. lukas was off to an early start because he had work in wolfsburg. the weekend without my family lukas used for a short stint to mallorca where i visited mike and tatzi – what a great way […]
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