Bärenmühle im Lengeltal

Einige Höhepunkte unserer jüngsten Reise möchte ich in den nächsten Tagen beschreiben. Hier als würdiger Beginn die Bärenmühle.

Wenn mal ein Slogan stimmt, dann der, der einen auf der Homepage der Bärenmühle begrüßt:

Wo sich Fuchs und Hase “Gute Nacht” sagen, da steht die Bärenmühle.

Ich weiß gar nicht mehr recht, wie ich darauf gestoßen bin, aber ich wusste gleich, dass das ein fixer Ort auf unserer Deutschlandtour sein würde.

Wenn man in Nordhessen im Kellerwald in der Nähe des Edersees in Richtung Frankenau fährt, dann weiter Richtung Ellershausen, dort Richtung Louisendorf und dann abbiegt in einen unbenannten Schotterweg, dann kommt man in das Lengeltal, und wenn man sich dann nicht davon ablenken lässt, dass erstmal lange nichts kommt und durchhält, dann kommt man zur Bärenmühle und findet genau, aber ganz genau das, was man sich unter einem entlegenen, romantischen Hotel vorstellt: Geschmackvoller, liebevoller, moderner, urtümlicher Komfort mitten in der Gegend. Wo sich Fuchs und Hase…

Man kann von dort aus Wandern, Radfahren, sich im großen Garten Sonnen, im Teich Baden oder gar nichts Tun. Gar nichts Tun kann man dort definitiv am besten.

Die Bilder auf der Homepage lügen nicht, daher hier nur zwei eigene Impressionen.

Wunderschön, mutterseelenallein. Und schön. Und herrlich ruhig und leise. Und grün. Und ruhig. Und einmalig schön.

Deutschland bei der EM, meine Meinung

Nach drei Wochen Urlaub weiß ich nicht recht, womit ich anfangen soll. Zun Erlebnissen später mehr, erstmal muss der aktuelle Druck in Sachen EM vom Kessel.

Ja, gegen Polen das war ziemlich gut. Kein Mörderwahnsinnsspiel, aber na gut. 2:0 klare Sache - so startet man gerne in ein so irre schweres Turnier. Ja, gegen Kroatien, das war richtig schlecht. In der zweiten Minute gab es so einen Ballverlust von Ballack, der nichts gutes ahnen ließ, und wie ich immer tiefer in mein Sofa sank, so sanken auch immer tiefer die Erwartungen, in diesem Spiel irgendwas zu reißen. Die alle schon bei der Viertelfinaleinzugsparty! Immerhin hat Ballack hinterher auch gesagt, dass einige wohl meinten, sie seien schon halb Europameister oder so. Noch besser wäre natürlich gewesen, wenn er sich mal schön selber genannt hätte. Irre schlecht hat er gespielt. Natürlich genau wie alle anderen, aber von ihm hätte doch das ein oder andere Gegenmittel verabreicht werden müssen.

Nun, ich sehe das ganze als ernüchternd an, aber nun auch nicht als kompletten Schiffbruch. Was die Bild sich erlaubt zu schreiben (“Wie doll genau wackelt Löws Stuhl schon, blabla”), darauf kann man gar nicht eingehen, aber wie es nunmal ist, greifen es doch alle auf und labern sich die Münder wund. Schön zu sehen heute morgen auch beim DSF Doppelpass. Keiner wollte es thematisieren, was denn nun passieren würde, würde Deutschland ausscheiden, aber alle wollten was dazu sagen. Boah, ey, Fresse halten, abwarten. Den Mund zerreißen können wir uns dann gemeinsam hinterher. Mein Tipp 0:3, also im Sinne von ein Mal Lahm, ein Mal Poldi, ein Mal Ballack.

Schön war es übrigens auch, Herrn Köster von 11Freunde in der Elefantenrunde des Deutschen Fußballs zu erleben: Stets mit verknittertem Blick, wenn ein anderer geredet hat, immer schön aufmerksam. Sah aber auch immer so als, als wäre er total aufgeregt, ob und wann er wohl wieder was sagen dürfte. Wenn er das dann tat, tat er es mit erstaunlich fester Stimme, und Stuss war es auch nicht, eingegangen wurde darauf aber irgendwie trotzdem gar nicht. Da scheint so eine gewisse Hackordnung vorzuherrschen: Wenn der Latteck was sagt, wird entweder gelacht oder darauf eingegangen. Wenn einer was sagt, der neu ist in der Runde, fasst es höchstens Wonti nochmal zusammen und wendet sich dann an den nächsten. Wäre ja gelacht, wenn der Frischling gleich was zu melden hätte!

Ich darf nicht vergessen zu erwähnen, dass das zweite Tor der Holländer gegen Frankreich in seiner kompletten Entstehung und Abschluss irgendwie das schönste Tor ist, an das ich mich aktuell erinnern kann (also ohne Hilfe und ohne lange Grübeln). Ich bin überzeugt, dass der van Nistelrooy das so wollte mit seinem Pass, mit so viel Schwung konnte der Ball unmöglich für ihn selbst sein - wie sonst bei dieser Piroutte durchaus üblich. Wahnsinn, oder?

Deutschland von unten

Bescheid, dass wir jetzt erstmal unterwegs sind, Deutschlands Ecken ausleuchten. Torf und Spargel stechen, klettern, schlafen, staunen. Themenstraßen zählen, Vögel erkennen, Landkreise sammeln: solche Sachen.

Sind jetzt schon ganze zwei Tage unterwegs und können schon mal festhalten: Mensch is dat scheun.

Später mehr.

HSV - KSC 7:0

Nach dem wirklich fantastisch überragenden, unheimlich guten Auftritt

von vdV am Samstag

habe ich eigentlich nur eine Frage:

Könntet ihr die Tore nächste Saison vielleicht auf drei oder vier Spiele verteilen?

Ja? Das wäre toll. Ich komme dann auch wieder.

P.S. Das Spruchband “Liebe ist alles” zum Abschied von Huub Stevens hat mich gerührt.

Gäbe es noch das Foxytunes Plugin, könnte man hier nun “Head up high” von Adequate Seven hören.

Wie ich eines Tages aus Versehen eine Rockband fotografierte

… und wie es alles herauskam - dabei handelt es sich nunmehr unangefochten um die unglaublichste Geschichte, die mir bisher in meinem Leben passiert ist.

Letzten Oktober waren wir in New York. Als wir da so durch Williamsburg zogen, saßen wir irgendwann in der Sonne, und ich begann, Leute zu fotografieren, die an uns vorbeigingen. Mal in die eine Richtung, mal in die andere. Wahllos. Irgendwen. So auch diese drei Typen, die uns so derbe lässig erschienen, dass es quietschte. Das Foto hieß bei uns seither nur noch die Band. Irgendwann vor ein paar Monaten entschlossen wir uns schließlich, das Foto groß auf Leinwand ziehen zu lassen, und so hängt es nun prominent an unserer Wohnzimmerwand, und alle, die fragen, wer das sei, erhielten bisher die Antwort “Keine Ahnung, so drei Typen in New York”.

Vorgestern änderte sich das. Wir gingen auf das Konzert von Rogue Wave ins Knust. Es waren nicht bombenviele Leute dort, aber auch nicht wenige, man konnte sich gut bewegen. Nach dem ersten Lied ging ich nach vorne, um einen besseren Blick auf die Band zu werfen, und gleich nach zwei, drei Sekunden wurde ich ganz tatterig, denn den Drummer, verdammt, den hatte ich doch schon einmal irgendwo gesehen… Ziemlich schnell waren wir uns einig, das sei der Typ von unserem Foto. Kann doch nicht sein! Während die Band dann so spielte, und das machte sie gut, mit fortlaufender Dauer immer besser, was auch die Mehrzahl der Gäste so empfand, dachte ich irgendwann, Moment, diesen Typen da rechts, den kenn’ ich doch auch. Verflucht will ich sein, aber auch den Keyboarder - wuhah! Das kann nicht sein, nein, unmöglich.

Wir konnten das Ende des Konzerts also ausnahmsweise gar nicht abwarten, um im Anschluss nervös unsere unter Umständen dämlichste Frage überhaupt loszuwerden: Ward ihr letztes Jahr im Oktober in New York? Die Wahrscheinlichkeit, für einen irren Volltrottel gehalten zu werden, ist 3.333x größer als die, es nicht zu sein.

Tja, das Ende der Geschichte ist: Sie sind es. Wie sich herausstellte, hatten sie damals ein Konzert in Brooklyn gegeben, waren gerade einen Kaffee trinken und schlichen grisgrämig durch den Tag. Und nun, mehr als ein halbes Jahr später: Wir lagen uns buchstäblich lachend in den Armen (sehr nette Leute), wir kichern eigentlich immer noch.

Unglaublich. Im Sinne von nicht zu glauben. Das Leben ist so ein lustiges Kerlchen. Unfassbar.

Rock on.

Gäbe es noch das Foxytunes Plugin, könnte man hier nun “Missed” von Rogue Wave hören.

Café Capital in Antwerpen

Apropos Empfehlung:

Zum Tanzen Ausgehen kann in Antwerpen schnell in eine Technobude führen. Was es an vielen, vielen schönen Kneipen in Überfluss gibt, daran mangelt es bei den Clubs: Auswahl. Es muss aber auch nicht so laufen: Das Café Capital liegt mitten im Stadtpark und bietet einem jungen, gut durchmischten Publikum flotte Musik und gute Getränkepreise - was will man mehr?!

Wir waren bspw. letzten Samstag dort als Evil Knevil von Bloc Party einen wilden Stilmix auflegte und zappelten bis in die frühen Morgenstunden.

AA Gent - Sporting Charleroi 2:1

Warum über den Kanal schweifen, wenn das Gute liegt so nah?!

Beim Spiel des Belgischen Pokalfinalisten und aktuellen Tabellensechsten der Jupiler League (K)AA Gent gegen den bis dahin punktgleichen wallonischen Rivalen aus Charleroi erwarteten uns bestes Wetter, ein Stadion, wie man es sich klassischerweise immer aus England vorstellt - Mitten in einem gemütlichen Wohnviertel gelegen - und knapp 10.000 vollkommen entspannte Fans.

Das Spiel begann recht flott, es geschah aber erstmal lange nichts zählbares. Die Fans kamen dann aber doch in Wallung, als das 1:0 für ihren AA fiel. Dieser Jubel war allerdings nichts gegen den, der ausbrach, als die Anzeigetafel ein 1:0 und wenig später ein 2:0 in einem Parallelspiel verkündete: Wir machten uns bei einem deutsch sprechenden älteren Herrn schlau und erfuhren, dass Gent im belgischen Pokalfinale auf den RSC Anderlecht trifft, der sich durch dieses 2:0 über den FC Brügge gerade den 2. Platz gesichert hatte (CL-Quali). Dadurch war unser neuer Lieblingsverein AA Gent automatisch für den UEFA-Cup qualifiziert. Vielleicht sieht man sich so ja nächstes Jahr in Hamburg wieder… Auch das eigene Spiel wurde dann noch 2:1 gewonnen und so hatten die AA-Fans reichlich Grund, auf die Kacke zu hauen.

Um Groundhopperpunkte zu sammeln absolut empfehlenswert!

Vielen Dank an Piet für die Steilvorlage.

Dann am liebsten Kiss

Klingelschildspotting ist ein günstiger und abwechslungsreicher Zeitvertreib. Und manchmal gibt es wirklich tolle, tolle Dinge zu sehen.

Hier eine schöne Hausgemeinschaft aus der Michaelispassage bei uns um die Ecke:

Dehmel Kiss Sack

Gäbe es noch das Foxytunes Plugin, könnte man hier nun “Kiss me goodbye” von Kashmir hören.

HSV - Schalke 0:1

Ich hab gerade keinen Bock, das zu kommentieren.

HSV verliert zu Hause gegen Schalke

Muss ich ja auch nicht.

Falls mal jemand wissen will, wie gut man ein Spiel im Internet live kommentieren kann: hier “As it happens” beim Guardian zum Kracher Chelsea-ManU inkl. Wetter, Emotionen, eingebundener emails, Witz, Charme und sportlich-kindlicher Begeisterung - als wäre man dabei gewesen. Toll!

Gäbe es noch das Foxytunes Plugin, könnte man hier nun “What have I done to deserve this” von den Pet Shop Boys hören.

Nokia ain’t no Seelenverwandter

Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer finde: Die Tatsache, dass Nokia sich in seiner neuen Kampagne einfach über die korrekte Schreibweise des Wortes soulmates hinwegsetzt (wahrscheinlich wieder wegen der besseren Lesbarkeit - pffft) , oder über das, was man auf der dazugehörigen Internetseite zu sehen und hören bekommt.

Soul Mates statt soulmates

For the first time in forever: Marketing isn’t cool. Excess isn’t cool.

Gäbe es noch das Foxytunes Plugin, könnte man hier nun “Sell Out” von den Chicks on Speed hören.

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